33.000 „Hurenp├Ąsse“ ausgestellt

Statistisches Bundesamt legt weiteren Beleg f├╝r ein Scheitern des ProstSchG vor

Eine bundesweite Erfassung der Prostituierten sollte es sein. Mit dem ProstSchG m├╝ssen alle in Deutschland arbeitenden Sexworker eine Anmeldebescheinigung bei sich f├╝hren. Andernfalls m├╝ssen sie mit Geldbu├čen rechnen, laut Gesetz bis zu 1.000 Euro. Zur Erinnerung: damit ist keine gewerberechtliche Anmeldung gemeint (das ist Sexarbeitern f├╝r gew├Âhnlich nicht m├Âglich), sondern eine sonderrechtliche Registrierung bei u.a. gesundheitsdienstlichen Beh├Ârden (ist L├Ąndersache).

Wie dem auch sei, das „hegere Ziel“ der Gesetzgeber war es vorgeblich aber, mit der Erfassung sexuelle Ausbeutung und Zwangsprostitution einzud├Ąmmen und Licht in die omin├Âsen Dunkelziffern zu bringen. Eine Wunschvorstellung war das, wider die Erkenntnisse und Statements von Fachleuten Verb├Ąnden und Aussch├╝ssen. Letztendlich haben Bundestag und Bundesrat am eigenen Mantra festgehalten: „Anmeldebescheinigung dient dem Schutz der Prostitiuierten“.

Nun, ├╝ber zwei Jahre sp├Ąter gibt es eine neue Erkenntnis. Denn das Statistische Bundesamt hat am Dienstag eine Zahl ver├Âffentlicht. 32.800. Ja, Zweiundrei├čigtausendachthundert! Keine 400.000, keine 700.000, keine Millionen. Denn davon gingen einzelne Vertreter von CDU, CSU und SPD aus. Soviele sollten es bundesweit sein, zumindest lie├čen sie sich derlei Zahlen regelm├Ą├čig einreden – auf Grundlage nicht valider Erkenntnisse, verbreitet von EMMA, Solvodi, Sisters und Co.

Jetzt sind es nur 32.800. Was nun? Bieten jetzt in Deutschland nur ein 10tel bzw. ein 20stel soviele Frauen, M├Ąnner und Transexuelle Sex gegen Entgelt an wie vermutet oder haben sich nur so wenige angemeldet und die anderen arbeiten illegel? Was ist mit der Dunkelziffer? Arbeiten wirklich alle Personen mit „Hurenpass“ freiwillig oder nicht? Die Wahrheit zeigt sich einfach nicht, wird irgendwo dazwischen liegen. Selbst die Bundesbeh├Ârde l├Ąsst verlauten, dass die ver├Âffentlichten Daten nur eingeschr├Ąnkte Aussagekraft haben.

Was aber wieder einmal deutlich geworden ist, ist, dass das Gesetz wie erwartet ph├Ąnomenal gescheitert ist.

Unser Fazit: Prostitution braucht keine Sonderrechte!!!

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Weitere Erkenntnisse des Statistischen Bundesamtes:

  • Von den 32 800 angemeldeten Prostituierten waren 25 000 (76 %) 21 bis 44 Jahre alt.
  • 5 700 (17 %) waren 45 Jahre oder ├Ąlter .
  • 2 000 (6 %) waren zwischen 18 und 20 Jahren alt.
  • 6 200 Prostituierte (19 %) hatten die deutsche Staatsangeh├Ârigkeit.
  • Die drei h├Ąufigsten ausl├Ąndischen Staatsangeh├Ârigkeiten der Prostituierten waren die rum├Ąnische mit 11 400 (35 % aller angemeldeten Prostituierten), die bulgarische mit 3 200 (10 %) und die ungarische mit 2 400 (7 %).
  • An der Spitze steht NRW mit 9307 Anmeldungen, gefolgt von Bayern (6384) und Hessen (3660).
  • In Mecklenburg-Vorpommern haben sich 226 Personen registrieren lassen.
  • F├╝r Brandenburg und Sachsen-Anhalt gibt es keine Daten ├╝ber die Anmeldebescheinigungen (mit Vermerk „Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten“)
  • Bundesweit wurde f├╝r 1.600 Prostitutionsgewerbe eine Erlaubnis erteilt.

Mehr auf der Seite des Statistischen Bundesamtes: https://www.destatis.de/DE/Home/_inhalt.html

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