Bald Pornosperre fĂĽr deutsche Internetuser?

7. August 2013

Bundestagsabgeordneter will den Zugang zu Pornografie im Netz einschränken

Wie die Welt berichtet geht die Debatte um Pornografie im World Wide Web weiter. Dabei bezieht sie sich auf ein Interview der Bild mit dem 74-jährigen CSU-Jugendschutzexperte Norbert Geis. Ziel sei es, ähnlich wie es auch in GroĂźbritannien im Gespräch ist, Online-Pornografie zu blockieren und nur nach persönlichem Antrag nutzerbezogen freizuschalten. Dadurch solle der Jugendschutz gewahrt und Verstößen vorgebeugt werden.

Daneben bezieht sich die Welt auch auf eine vor kurzem von der britischen Zeitung „The Guardian“ veröffentlichten Statistik, welche u.a. festgestellt habe, dass in Deutschland ĂĽber 12 Prozent aller Seitenaufrufe pornografischen Inhalts seien. 12 Prozent? Da hätte ich mehr erwartet.

Wie dem auch sei, es steht ja außer Frage, dass Jugendschutzbestimmungen nach bestem Bestreben eingehalten werden müssen. aber dazu Onlinepornografie sperren bzw. nur auf schriftlichem Antrag hin gewähren? Das sieht doch wieder nach dem von einigen CDU-Politikern nur allzu gern gewünschten Überwachungsstaat aus.

Dass Pornografie im Internet fĂĽr uns frei und allgegenwärtig abrufbar ist, steht auĂźer Frage. Dieser Umstand ist in den letzten Jahren aber völlig selbstläuferisch vonstatten gegangen- trotz vieler Gegenbestrebungen und Angstbekundungen. Vielleicht mĂĽssen hier auch Ă„nderungen her. Ist es doch völlig verständlich, dass Eltern ihre minderjährigen Kinder vor solchen Inhalten schĂĽtzen wollen. Aber so? Kann das die Lösung sein? Eher nicht. Wenn Eltern ihre Kinder schĂĽtzen/behĂĽten wollen, dann sollen sie das auch tun. Dazu gibt es doch unzählige Schutzprogramme (z.B. hier: www.jugendschutzprogramm.de), welche eben jene Inhalte sperren.

Andererseits: wie wir hier schon geschrieben haben, haben Pornos laut einer Studie der Universität Kopenhagen nur einen sehr geringen Effekt auf Jugendliche.

Eine solche Gesetzesinitiative, wie sie von Herrn Geis gefordert wird, ist einfach weltfremd. Aber scheinbar hat ja Datenschutz bei der CDU irgendwie was anderes zu bedeuten als bei allen anderen. Und was ein Überwachungsstaat mit christlichen Werten zu tun hat, bleibt auch unbeantwortet. Da kann sich Herr Geis ja direkt die Hand mit Kollegen Uhl schütteln.

rmv

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