Berliner Rotlicht: Pfarrer schlägt städtisches Bordell vor

18. Februar 2013

Im Stadtteil Schöneberg wird der Straßenstrich zum Problem

Für ansässige Prostituierte ist die immer größer werdende Konkurrenz aus Osteuropa oft ein Dorn im Auge. Zumindest in vielen deutschen Städten ist das der Fall. Lohndumping, aggressives Auftreten den Mitbewerberinnen gegenüber, Gesundheitsgefährdende Angebote (keine Kondompflicht): all das führt aber auch dazu, dass der Ruf des Rotlichtgewerbes allgemein kein positiver ist. Häufig stehen in diesem Zusammenhang zudem Fälle von Menschenhandel oder Zwangsprostitution, initiiert von rumänischen oder bulgarischen Zuhälterbanden.

Mit all dem hat auch Berlin ein Problem. Im Kiez um die Kurfürstenstraße im Stadtteil Schöneberg wird der Anteil der anschaffenden Sexarbeiterinnen stetig größer, zum Unmut auch von Anwohnern, Politikern und Hilfsorganisationen.

Über eine Idee eines örtlichen Pfarrers hat die B.Z. auf ihrem Onlineportal berichtet. Demnach fordere der Geistliche die Eröffnung eines Bordells in öffentlicher Hand. Da ein Verbot des Straßenstrichs oder Sperrzeiten nicht möglich seien, sehe Pfarrer Fuhr in diesem Konzept die Lösung. Damit wäre ein durchweg legaler Rückzugsort für die Frauen und deren Freier gegeben, die Straßen und Parks wieder beruhigter und die Zimmermieten für die Huren bezahlbar. Außerdem könnten in einem städtischen Bordell z.B. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes problemlos beratend tätig werden.

Die Idee des Pfarrers ist nicht grundlegend neu doch für gewöhnlich verpönt. In Berlin bekommt er aber bereits einigen Zuspruch von manch Kommunalpolitiker. Wäre doch interessant, wenn ein solches Modell Realisierung findet. Auf jeden Fall eine Alternative.

rmv

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