„Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen“ gegr├╝ndet

15. Oktober 2013

Aktive und ehemalige Prostituierte fanden in K├Âln zur zweiten Sexworker-Tagung zusammen

Die Sexworker(innen)-Tagung vom 11. bis 13. Oktober in der Rhein-Ruhr-Metropole K├Âln hat Fr├╝chte getragen! Wie es auf sexwork-deutschland.de hei├čt, gr├╝ndeten die anwesenden aktiven und ehemaligen Sexarbeiter_innen am Sonntag den „Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen“.

Dazu im Folgenden die vom Berufsverband herausgegebene Pressemitteilung im Wortlaut:

„Der bundesweite Verband verfolgt das Ziel, die Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern zu verbessern. Er m├Âchte ├╝ber die unterschiedlichen Aspekte von Prostitution informieren und gegen├╝ber Politik, Medien und ├ľffentlichkeit ein realistisches Bild der Sexarbeit vermitteln. Damit will er der Diskriminierung und Kriminalisierung von Menschen in der Sexarbeit entgegen wirken.

Anlass der Gr├╝ndung sind die zahlreichen immer noch vorhandenen gesetzlichen Sonderverordnungen, die SexarbeiterInnen in ihrer Arbeit ehindern. Beispiele sind die Sperrgebietsverordnungen und das Werbeverbot. Dazu kommt der lauter werdende Ruf aus Politik und Medien nach einer „Versch├Ąrfung des Prostitutionsgesetzes“. Entsprechende Gesetzesentw├╝rfe liegen bereits in Bund und L├Ąndern vor. „Anstatt die Position der Sexarbeiter_innen zu st├Ąrken, droht eine deutliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in unserer Branche“, sagt Gr├╝ndungsmitglied Johanna Weber. „Viel zu lange wurde ├╝ber uns, aber nicht mit uns gesprochen. Es wird Zeit, dass wir uns von Entscheidungen, die uns betreffen, nicht l├Ąnger ausschlie├čen lassen!“

Bereits im April diesen Jahres hatten sich mehr als f├╝nfzig Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter in Frankfurt am Main getroffen, um die Vereinsgr├╝ndung vorzubereiten. Das Spektrum der Anwesenden reichte von Wohnungs-, Bordell- und Stra├čenprostituierten ├╝ber Escortdamen, Callboys und Tantramasseurinnen bis hin zu Dominas. Es sind auch Betreiber_innen dabei, die aber allesamt selber in der Branche t├Ątig gewesen sind oder noch mitarbeiten.“

Im ├ťbrigen: Gr├╝ndungsmitglied Johanna Weber ist heute Abend Gast beim Sat1-Polittalk┬á„Eins gegen Eins“.

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