Bücher, Bücher, Bücher

Literaturtipps für Interessierte: Erzählungen, Erfahrungsberichte und Autobiographien aus dem Rotlichtmilieu

Leseempfehlungen für Bücher von Prostituierten haben wir hier ja schon einige gegeben. Doch der Markt ist groß, auch wenn man wollte, alle Bücher zum Thema kann man kaum lesen. Lohnen tut es sich aber immer, mal hie und da einen Erfahrungsbericht zu lesen; so facettenreich wie die Tätigkeitsfelder von Sexarbeiterinnen sind, so vielfältig sind auch die Sachbücher. Vielleicht würde es auch einigen Milieu-Gegnern und in puncto Prostitution sich regelrecht phobisch verhaltenen Zeitgenossen nicht schaden, mal zwei, drei Berichte zu lesen. Dann würden sich diese evtl. endlich ihrer Schwarz-Weiß-Malerei entledigen.

Im heutigen Blog ist mal ein bisschen was zum Lesen aufgelistet, das zwar mitunter schon einige Jahre erwerblich ist, aber vielleicht ist es für den einen oder anderen Lesewütigen bisher noch unbekannt. Vor allem ist es erstaunlich, wie viele Biographien von Studentinnen und Teilzeithuren es gibt. Aber schaut selbst (Buchtipp inkl. Kurzbeschreibung der Verlage/von Amazon):

Alexandra Aden

Und nach der Vorlesung ins Bordell (Werbelink)

Bekenntnisse einer Kunststudentin

256 Seiten, Taschenbuch

Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

ISBN 978-3-89602-857-0

„Die Kunststudentin Alexandra aus Hannover weiß es besser, denn sie hat jahrelang neben dem Studium ihr Geld als Hure verdient. Sie berichtet authentisch und unverblümt aus ihrem Alltag zwischen Uni und Club. Das anstrengende Doppelleben wird mit einem beachtlichen Einkommen und ausreichend Zeit für die Ausbildung belohnt, und deswegen bleibt sie über sechs Jahre dabei. Sie erzählt von ihren aufregenden Erlebnissen mit Kunden, Konflikten mit Kolleginnen, von den erschreckenden Momenten, in denen sich die beiden Welten berühren.

Ihr schonungsloser, aber durchaus differenzierter Report macht eines deutlich: Prostitution ist heute kein Randphänomen mehr, sondern eine ganz normale Möglichkeit, den Lebensunterhalt zu verdienen – und bei steigenden Studiengebühren werden wohl immer mehr Studentinnen ihren Körper verkaufen, um sich den Luxus einer guten Ausbildung zu finanzieren.“

Sonja Rossi

Fucking Berlin (Werbelink)

Studentin und Teilzeit-Hure

288 Seiten, Taschenbuch

Ullstein Verlag

ISBN 978-354-837264-8

„Das autobiographische Bekenntnis zur käuflichen Liebe – und die freimütige Schilderung eines Doppellebens. Sie lebt in Berlin, studiert Mathematik, bringt morgens ihr Kind in die Kita und trifft sich am Wochenende mit Freunden. Eine normale junge Frau – auf den ersten Blick. Denn sie hat noch einen Job: Sie verkauft ihren Körper. Und sie sieht darin auch kein Problem. Wie kommt man als harmlose Studentin ins Rotlichtmilieu? Wie ist das, wenn man sich zum ersten Mal gegen Bezahlung einem Freier hingibt? Wie erlebt man den Alltag mit den Kunden und Kolleginnen aus dem Milieu? Und wie kriegt man das überhaupt hin, ein Doppelleben zwischen bürgerlicher Existenz und Prostitution?“

Nora Schwarz

Lessons in Lack (Werbelink)

Mein Leben als Domina zwischen Hörsaal und SM-Studio

368 Seiten, Taschenbuch

Ullstein Verlag

ISBN 978-354-837378-2

„Sie ist jung. Sie studiert. Und sie steht darauf, andere auf den Knien zu sehen. Um ihre dominante Veranlagung ausleben zu können, heuert Nora Schwarz in einem SM-Studio an. Während sie tagsüber an der Universität die schüchterne Studentin gibt, weidet sie sich abends an Männern, die ihr die Stiefel küssen, sich auspeitschen oder Elektroschocks verpassen lassen und dafür auch noch Geld auf den Tisch legen. Als Domina erlebt sie die kuriosesten Kundenwünsche und blickt in die tiefsten Abgründe der menschlichen Phantasie.“

Laura D.

Mein teures Studium: Studentin, 19 Jahre, Nebenjob: Prostituierte

vergriffen; nur noch gebraucht erhältlich

„Was bringt eine gebildete, attraktive junge Frau dazu, ihren Körper als Ware anzubieten? Ein Buch, das für Aufregung sorgt: die intimen Bekenntnisse der französischen Studentin Laura, die aus Geldnot zur Prostituierten wurde. Offen und ungeschminkt berichtet sie, wie sie ihren Körper verkauft und welchen Preis sie für ihr Doppelleben bezahlt.“

Lisa Moos

Das erste Mal und immer wieder (Werbelink)

Autobiografische Schilderung einer Prostituierten

320 Seiten, Taschenbuch, Erweiterte Sonderausgabe

Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

ISBN: 978-3-89602-959-1

„Lisa Moos arbeitete mehr als zwanzig Jahre als Hure. Das hat sie sich nicht ausgesucht – Not und enttäuschte Liebe haben sie auf diesen Weg gebracht. Bis heute hat Lisa Moos alle Spielarten der Leidenschaft erfahren: Perversion und Erniedrigung, aber auch Freundschaft und Liebe in einer Welt, die ihren eigenen Regeln und Gesetzen folgt.

Das erste Mal und immer wieder beschreibt den Liebes- und Leidensweg einer Prostituierten. Detailliert und in klaren Worten erzählt Lisa Moos von ihrem Leben als Straßenhure und Edeldirne, von schönen und erschreckenden Erfahrungen aus dem Rotlichtmilieu und der Welt der käuflichen Liebe, aber auch von ihren Wünschen und Träumen und den Bemühungen, sich ein eigenes Leben aufzubauen… „

Felix Ihlefeldt

Abenteuer Hure (Werbelink)

Prostitution als heimliches Hobby. Frauen erzählen über Lust, Selbstbestimmung und Geld

192 Seiten, Taschenbuch

Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

ISBN 978-3-89602-911-9

„Prostitution als heimliches Hobby – Frauen erzählen über Lust, Selbstbestimmung und Geld.

Autor Felix Ihlefeldt traf Frauen, die neben ihrem bürgerlichen Leben als Prostituierte arbeiten. In Abenteuer Hure erzählen Frauen von diesem Experiment, auf das sie sich ganz bewusst und aus freien Stücken einlassen. So unterschiedlich sie sind, eines ist ihnen gemein: Sie sind selbstbewusst und klug und haben ihre ganz eigene Meinung, was Treue, Liebe und Moralvorstellungen angeht. Ihr Doppelleben halten sie geheim, denn meistens dürfen Arbeitgeber, Freunde und Verwandte davon nichts wissen.“

Ines Witka

Stell Dir vor, ich bin Deine heimliche Geliebte (Werbelink)

Der Reiz des Escort-Service

280 Seiten, Taschenbuch

Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

ISBN: 978-3-89602-894-5

„Für Stell Dir vor, ich bin Deine heimliche Geliebte hat Autorin Ines Witka 13 Frauen und Männer zum Thema interviewt. Sie sprach mit einem Mann und sechs Frauen, die als Escort-Begleitung arbeiten, und unterhielt sich mit zwei Frauen, die jeweils eine eigene Escort-Agentur führen. Auch die andere Seite kommt zu Wort: Ines Witka befragte vier Männer nach ihren Motiven, warum sie Escort in Anspruch nehmen.

Die Autorin lässt die Frauen (und den Mann), die meist nebenbei einen bürgerlichen Beruf ausüben, erzählen, wie sie zum Escort kamen, entlockt ihnen Details zu ihren aufregendsten Erlebnissen und lässt sie resümieren, wie sie mit ihrer Stellung als käufliche Geliebte klarkommen. Auch die Männer schildern, wie sie als Kunden zum Escort-Service kamen, weshalb es für die meisten nie in Betracht kam, ins Bordell zu gehen, und wie es ist, wenn man sich in seine Escort-Begleitung verliebt.“

Cleo van Eden

Cleo – Mein Leben als Edelhure (Werbelink)

Aufgeschrieben von Ricardo Enrique

224 Seiten, Broschur

Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

ISBN: 978-389602-938-6

„Cleos Geschichten sind amüsant, einfühlsam und sexy. Ihre Kunden haben unterschiedlichste Wünsche: Da gibt es den „Lehrer“, der sie bittet, eine Schuluniform zu tragen; den „Opa“, der sie heiraten will; den „Bullen“, der bei ihr sein Verlangen nach einer verheirateten Kollegin auslebt; oder den „Nervösen“ mit Seitenscheitel und Holzfällerhemd, der vollkommen verklemmt ist. Cleo verliert nie die Nerven! Cool und locker schreibt sie ein Jahr lang Außergewöhnliches und Alltägliches in ihrem Tagebuch nieder. Ein einzigartiger Erlebnisbericht einer Prostituierten.“

Sophie Berlin

Freudenmädchen Sophie (Werbelink)

Autobiographie

200 Seiten, Broschur

Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

SBN: 978-3-89602-832-7

„Sophie arbeitet seit zehn Jahren im Gewerbe, und zwar aus freien Stücken. Sie wollte die Welt kennenlernen und viel Sex haben, und als Hure kann sie beides kombinieren. Ihre Geschichte hat viel mit Lust zu tun, und so gar nichts mit den gängigen Klischees, die immer wieder durch die Presse gehen.

Nach mehreren Jahren im Geschäft sind Spaß und Abenteuer immer noch wichtig für Sophie, aber in den Begegnungen mit Gästen und Kolleginnen wird ihr klar, dass ihr Job über Sex weit hinausgeht. Immer wieder treffen sie und ihre Freundinnen auf Gäste, die zu ungeschickt, zu schüchtern, körperlich und geistig »anders« oder auch einfach nicht »schön« genug sind, um ohne ihre Hilfe ein Mindestmaß an Nähe und Körperlichkeit zu erfahren, das doch eigentlich lebensnotwendig ist. Sophie bricht mit ihrer Neugier und ihrer geballten Lebenslust mit den üblichen Vorstellungen von einer Hure, sie erzählt locker und erotisch von ihrem Weg und wirft so ein neues Licht auf das älteste Gewerbe der Welt.“

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