Das Saarland und seine Angst vor dem Sexgewerbe

Landesregierung verabschiedete Ma├čnahmenpaket zur Eind├Ąmmung der Prostitution

Nun ist es beschlossene Sache. Im Saarland gilt k├╝nftig eine Versch├Ąrfung des Polizeigesetzes, eine umfangreiche Ausweitung der Sperrbezirke sowie eine Kondompflicht. Weil man in Regierungskreisen mit „Sorge auf die unertr├Ąglichen Missst├Ąnde im Bereich der Prostitution“ blicke, habe man nun (am 25.02.2014) jenes Ma├čnahmenpaket verabschiedet. Neben der Eind├Ąmmung der Prostitution w├╝rde so k├╝nftig vor allem die Situation von Prostituierten verbessert.

Klar doch. Vor allem die Situation der Stra├čenprostituierten in Saarbr├╝cken. Der neuen Verordnung zufolge ist Stra├čenprostitution tags├╝ber nur noch in der Dudweiler Landstra├če erlaubt. Im Deutschm├╝hlental und in der Hochstra├če w├Ąhrend des Sommers nur noch zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr, w├Ąhrend des Winters zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr. Was da jetzt eine Verbesserung sein soll, wenn die Frauen im Winter au├čerhalb der Dudweiler Landstra├če nur noch nachts bei minus x Grad werben d├╝rfen, erschlie├čt sich mir nicht.

Und indem jetzt Polizeibeamte auch ohne Anlass Kontrollen in Bordellen, Laufh├Ąusern, Clubs und Co. durchf├╝hren d├╝rfen, die ├ťberwachung also deutlich versch├Ąrft wird, will die Landesregierung „Herr der Lage werden“. Genau, was in deutschen Betten vor sich geht, geht niemanden etwas an, mit Ausnahme des Gesetzgebers.

Mit der ├änderung der Hygieneverordnung, wodurch dann eine Kondompflicht im Saarland besteht, solle die Position der Prostituierten gegen├╝ber den Freiern und Bordellbetreibern gest├ĄrktÔÇť werden. Wie hier eine ├ťberpr├╝fung stattfinden soll, ist indes unklar. Ein Einsatz von Schein-Freiern, wie es Bayern macht, sei jedenfalls nicht geplant. Nur wie dann?

rmv

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