Das war es jetzt: keine Gleichstellung f├╝r SDL

Seit einem halben Jahr nun schon d├╝rfen Sexarbeiter_innen nicht mehr legal in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten. Verst├Ąndlich nat├╝rlich innerhalb eines Lockdowns. Unverst├Ąndlich wird es aber, wenn die reine Existenz eines pandemischen Virus als Legitimation f├╝r die Abschaffung einer ganzen Branche genutzt wird. Wenn Prostituierte unbelegt als Superspreader vorverurteilt werden etc.pp. Unseren Unmut dar├╝ber und den absch├Ątzigen Umgang einzelner Politiker_innen mit dem Thema haben wir bereits mehrfach kundgetan. Auch deshalb, weil in vielen F├Ąllen staatliche Unterst├╝tzungen f├╝r die Betroffenen kaum m├Âglich sind oder aus unterschiedlichen Gr├╝nden nicht wahrgenommen werden.

Doch nicht nur Landespolitiker_innen und Ministerien sind Ansprechpartner in Sachen Prostitution. Schlie├člich wurde ja genau daf├╝r ein ganz spezielles Amt geschaffen. Denn wenn sich einzelne Personengruppen ungleich behandelt oder gar bewusst benachteiligt/diskriminiert f├╝hlen, k├Ânnen sie sich an die Gleichstellungsbeauftragten ihrer Region wenden.

Genau das haben wir getan und alle Gleichstellungsbeauftragten des Landes angeschrieben und diese um ein Statement gebeten. Das war August, also im Sommer. Wir wollten u.a. wissen:

  • wie die Gleichstellungsbeauftragten Sexworker_innen unterst├╝tzen.
  • ob sie Gespr├Ąche mit den Ministerien gef├╝hrt haben
  • wie sie zu der Rechtfertigung stehen, trotz (damals) geringer Infektionszahlen die Belange der hierzulande ├╝berschaubaren Anzahl an Sexworker_innen zu ignorieren und deren Arbeitsgrundlage auf unbestimmte Zeit zu verbieten.
  • wie sie es bewerten, dass viele Sexworker_innen gezwungen sind, illegal zu arbeiten.
  • welche Meinung sie zu Hygienekonzepten von Prostitutionsst├Ątten vertreten.
  • wie sie zum schwedische/nordischen Modell stehen.

Ende Oktober kam dann eine Antwort. Ja eine. Also 1. Die kam seitens der Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten. Wer es bereits erraten hat, ja genau… das 1-seitige Antwortschreiben war alles andere als aussagekr├Ąftig. Eher w├Ąssrig und nichtssagend.

In der Quintessenz ├Ąu├čerte sich die LAG-Sprecherin so:

Anrede … Entschuldigung … Honig … Info: untereinander gebe es kein einheitliches Meinungsbild zur Thematik, aufgrund unterschiedlicher Blickwinkel … Fazit: Gesundheit und Schutz der Betroffenen haben oberste Priorit├Ąt … MfG

OK? Das war es jetzt? Ach, vielleicht ist da ja noch ne R├╝ckseite… nein? Nichts! Kr├Ąchtz……

Also h├Ątte das irgend ein Ministeriumssprecher geschrieben, solcherlei Antworten ist man da ja schon gew├Âhnt, aber die Sprecherin der AG Gleichstellung…? Was soll man da jetzt zu sagen. Lieber nichts weiter.

rde

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