Die Macht des Sex: Mit Liebesentzug zu politischer Einsicht

28. August 2012

Togos Frauen fordern den Rücktritt von Präsident Faure Gnassingbé. Um ihre Männer von ihrem Ziel zu überzeugen legen sie einen Sex-Streik ein.

Heute wird’s hier im Rotlicht-Weblog mal ein wenig politisch. Ein Abstecher ins westafrikanische Togo: In dem Land, das wegen Menschenrechtsverletzungen international unter Druck geriet, in dem Kinderhandel und Kinderarbeit an der Tagesordnung steht und Frauen kaum Einfluss auf das politische Geschehen haben regiert seit 2005 Präsident Faure GnassingbĂ©. Und weil dieser nun im Vorfeld der anstehenden Wahlen eine zweifelhafte Wahlrechtsreform durchsetzen will, haben sich 16 Zivilgesellschaftsgruppen unter dem Motto „Let’s Save Togo“ zusammengeschlossen. Mit einer Strategie nach antikem Vorbild (die Komödie „Lysistrata“ des griechischen Dichters Aristophanes) wollen die Frauen ihre Männer von ihren Zielen ĂĽberzeugen. So wollen sie eine ganze Woche lang nicht mehr ihren „ehelichen Pflichten“ nachkommen, sieben Tage langer Sexentzug soll die Männer zur Vernunft bringen.

Der Aufruf zum Sexstreik wurde auf einer Kundgebung von Tausenden Menschen in Togos Hauptstadt Lome bekannt gegeben. Wie viele Togolesinnen letztendlich mitziehen und ob das Ziel Präsident Faure Gnassingbé zum Rücktritt zu drängen von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt abzuwarten. Dennoch wird wohl eine Woche Sexentzug dafür wohl kaum ausreichen. Ein Statement ist es aber allemal. Und wie heißt es so schön: Unterschätze nie die Waffen einer Frau!

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