Erneut Großrazzia in Düsseldorf

Polizei: Hinweise auf Zwangsprostitution gab es nicht

Am späten Donnerstagabend der letzten Woche war es mal wieder soweit. In Düsseldorf rückte die Polizei mit einem Großaufgebot aus, um eine Razzia in einem Bordell nahe des Hauptbahnhofs durchzuführen. Wie es hieß, um „die Szene aufzuhellen und vermeintlich illegaler Prostitution und ihrer Begleitkriminalität frühzeitig entgegenzuwirken.“ Man wolle so „den Frauen, die Opfer von Menschenhandel oder Zwangsprostitution geworden sind, ein Ansprechpartner zu sein und städtische Hilfsangebote zu unterbreiten.“ Zumindest wird der Einsatzleiter Frank Kubicki laut Express.de mit diesen Worten zitiert.

Bei dieser Razzia sollen weit über 100 Prostituierte und Freier kontrolliert worden sein. Fazit: Ein 22 Jahre alter Mann wurde wegen des Verdachts auf illegalen Aufenthalt festgenommen, Hinweise auf Zwangsprostitution gab es nicht.

Das ist mal wieder ein Beispiel dafür, in welchem katastrophalem Missverhältnis Sexarbeit und der Rechtsstaat zueinander stehen. Einerseits wird aufgrund schwammiger Moralvorstellungen und übertriebener Ängste bezüglich vermeintlicher Menschenrechtsverletzungen die Kontrolle von Bordellbetrieben aufs Maximum getrieben und auf der anderen Seite wird stets über fehlende Kontrollmöglichkeiten und Zugriffsrechte von Seiten der Behörden geklagt. Und dann kommt paradoxer Weise noch der Fakt hinzu, dass trotz anteilmäßig geringem (oder keinem – zumindest keinem greifbaren) Aufkommen von Rechtsverstößen öffentlich behauptet wird, die Menschenrechte würden im Milieu mit Füßen getreten, die Dunkelziffer der Zwangsprostituierten enorm hoch.

Tja, man redet sich die Welt halt so, wie man sie haben möchte …

rmv

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