Erotische Dienstleistungen in Zarrenthin

Prostitution im Landkreis Vorpommern-R├╝gen – Der Nordkurier berichtet ├╝ber Streitigkeiten zwischen Sexarbeiterinnen und der Gemeinde Bentzin

Im beschaulichen Zarrenthin, einem Ortsteil der 840-Seelen-Gemeinde Bentzin im Landkreis Vorpommern-Greifswald (nicht zu verwechseln mit dem Zarrentin im LK Ludwigslust-Parchim), ist eine kleine Debatte entbrannt. Ursache, so berichtet der Nordkurier, ist eine 45-j├Ąhrige Gewerbetreibende, welche neben einer ├Ârtlichen Kindertagesst├Ątte einen Geb├Ąudeteil angemietet hat, um dort Massagen inklusive erotische Dienstleistungen anzubieten. „Gibt es in Zarrenthin ein Bordell oder nicht?“, fragt also der Nordkurier und sprach dazu mit der 45-J├Ąhrigen. Lediglich deren Kollegin „Kinga“ solle in den Abendstunden, also au├čerhalb der Kita-├ľffnungszeiten, Sexdienstleistungen anbieten. Die Politik indes bezeichnet das als „unhaltbar“ und k├╝ndigt eine gewerberechtliche L├Âsung an.

Kinga, „ein zarter 21 j├Ąhriger Teeny mit hei├čer 32/34er Figur, sch├Ânen festen 75B Br├╝sten und blondem Haar, welches sanft auf ihrem Busen aufliegt“, so wirbt sie auf unserer Seite Rotlicht-MV.de, und Carmen gehen aber, ob man es mag oder nicht, an und f├╝r sich legalen T├Ątigkeiten nach. Auf der anderen Seite ist aber Prostitution – das Thema Sperrgebietsverordnung/Sperrbezirk thematisierten wir ja┬áhier┬áschon einmal in einem anderen Zusammenhang – erst ab einer Einwohnerzahl von min. 20.000 Einwohnern erlaubt.

An dieser Stelle ein Auszug aus dem EGStGB:

Einf├╝hrungsgesetz zum Strafgesetzbuch (EGStGB) Art 297 Verbot der Prostitution

(1) Die Landesregierung kann zum Schutz der Jugend oder des ├Âffentlichen Anstandes

1. f├╝r das ganze Gebiet einer Gemeinde bis zu f├╝nfzigtausend Einwohnern,

2. f├╝r Teile des Gebiets einer Gemeinde ├╝ber zwanzigtausend Einwohner oder eines gemeindefreien Gebiets,

3. unabh├Ąngig von der Zahl der Einwohner f├╝r ├Âffentliche Stra├čen, Wege, Pl├Ątze, Anlagen und f├╝r sonstige Orte, die von dort aus eingesehen werden k├Ânnen, im ganzen Gebiet oder in Teilen des Gebiets einer Gemeinde oder eines gemeindefreien Gebiets

durch Rechtsverordnung verbieten, der Prostitution nachzugehen. Sie kann das Verbot nach Satz 1 Nr. 3 auch auf bestimmte Tageszeiten beschr├Ąnken.

(2) Die Landesregierung kann diese Erm├Ąchtigung durch Rechtsverordnung auf eine oberste Landesbeh├Ârde oder andere Beh├Ârden ├╝bertragen.

(3) Wohnungsbeschr├Ąnkungen auf bestimmte Stra├čen oder H├Ąuserblocks zum Zwecke der Aus├╝bung der Prostitution (Kasernierungen) sind verboten.

Nachtrag (13.06.): In Mecklenburg-Vorpommern gilt laut Landesverordnung sogar eine geforderte Einwohnerzahl von 15.000. Hier die 1992 vom damaligen Ministerpr├Ąsidenten Berndt Seite und Innenminister Lothar Kupfer erlassene Verordnung:

Landesverordnung ├╝ber das Verbot der Prostitution

Vom 30. Juni 1992

Zum Ausgangs- oder Titeldokument

Fundstelle: GVOBl. M-V 1992, S. 384

Aufgrund von Artikel 297 Abs. 1 und 2 des Einf├╝hrungsgesetzes zum Strafgesetzbuch (EGStGB) vom 2. M├Ąrz 1974 (BGBl. I S. 469), zuletzt ge├Ąndert durch Anlage I Kapitel III Sachgebiet C Abschnitt II Nr. 1 des Einigungsvertrages vom 31. August 1990 (BGBl. II S. 889) in Verbindung mit dem Gesetz vom 23. September 1990 (BGBl. II S. 885), verordnet die Landesregierung:

┬ž 1

Zum Schutz der Jugend und des ├Âffentlichen Anstandes wird f├╝r das gesamte Gebiet von Gemeinden mit bis zu 15.000 Einwohnern verboten, der Prostitution nachzugehen.

┬ž 2

Die der Landesregierung erteilte Erm├Ąchtigung zum Erla├č von Rechtsvorschriften nach Artikel 297 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EGStGB f├╝r Gemeinden mit mehr als 15.000 Einwohnern und nach Artikel 297 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und 3 EGStGB wird auf den Innenminister ├╝bertragen.

┬ž 3

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verk├╝ndung in Kraft.

Daher wird Kinga wohl nicht mehr lange in Zarrentin arbeiten k├Ânnen – sofern die Gemeinde nicht umlenkt. Ob der Kinder- und Jugendschutz (aufgrund der N├Ąhe zur Kita) gegeben ist oder nicht hat weiterhin Streitwert. Sexarbeit ist leider gesellschaftlich wenig akzeptiert und Freier werden ├Âffentlich als sexhungrige, moral- und sittenlose Vertreter des m├Ąnnlichen Geschlechts angesehen. Mal schauen, wie es in Bentzin/Zarrenthin weitergeht.

rmv

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