Fernsehtipp: „Lange Undercover“ auf Sat 1

Reporter und Ex-Polizist Daniel Lange nimmt Zwangsprostitution in Deutschland unter die Lupe

Am 6. Mai, um 23.20 Uhr strahlt der Privatsender Sat 1 seine neue Reportage-Reihe „Lange Undercover“ aus. In der ersten Folge widmet sich der langjährige „akte“-Reporter und ehemalige Polizist dem Thema Zwangsprostitution in Deutschland.

In der Pressemitteilung heiĂźt es:

Unterföhring (ots) – „Wie kann es sein, dass Frauen in Deutschland zur Prostitution gezwungen werden? Ich will herausfinden, wer die Opfer und wer die skrupellosen Täter sind – und ich will testen, ob es deutschen Freiern egal ist, wenn Frauen zum Sex gezwungen werden.“ Daniel Lange ist langjähriger Reporter im „akte“-Team von Ulrich Meyer. In der neuen Reportage-Reihe „Lange Undercover“ – ab Dienstag, 6. Mai 2014, um 23.20 Uhr in SAT.1 – steht die investigative Recherche des 39-Jährigen im Mittelpunkt. Im Fokus der ersten Folge: Zwangsprostitution in Deutschland. Nach Schätzungen von Experten arbeiten bis zu 300.000 Frauen in der EU als Sexsklavinnen. Seine Nachforschungen fĂĽhren Daniel Lange vom StraĂźenstrich in Berlin in das verbotene Rotlichtmilieu von Bukarest. In der rumänischen Hauptstadt spricht Lange mit Opfern und Tätern – und gelangt an Orte, wo der Preis fĂĽr eine Frau reine Verhandlungssache ist…

„Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht daran denken muss, was man mit mir gemacht hat“, sagt Maria. „Ich kann nicht mehr richtig schlafen, ich kann nicht mehr richtig laufen, aber ich lebe, und allein das zählt.“ Die ehemalige Zwangsprostituierte spricht mit Daniel Lange ĂĽber ihre traumatischen Erfahrungen in Deutschland und Ă–sterreich. AuĂźerdem interviewt Lange zwei verurteilte Zuhälter im Hochsicherheitstrakt eines Bukarester Gefängnisses – und erhält schockierende Einblicke ĂĽber den Menschenhandel mit Prostituierten in Europa.

Auf der einen Seite sind es gerade Journalisten, wie Lange, die mit ihrer investigativen Arbeit dafĂĽr sorgen, dass verborgene und schwer erfassbare Dinge aufgedeckt und damit Politik und Gesellschaft aufgerĂĽttelt und mitunter zum Handeln gezwungen werden. Und das ist gut so. Auf der anderen Seite besteht – vor allem beim Thema Prostitution – die Gefahr, dass nur einseitig berichtet und pauschalisiert wird. Ich bin gespannt, wie man es bei „Lange Undercover“ handhabt. Wird hier differenziert zwischen Zwangs- und Armutsprostitution bzw. zwischen Zwangsprostitution und Sexarbeit allgemein? Wie seriös ist die Reportage? Einen Trailer kann man schon einmal auf Sat1.de sehen.

Wie ernst aber der Titel der Folge „Lange Undercover jagt die Menschenhändler“ zu nehmen ist, bleibt fraglich. Hier wird wohl kaum eine Jagd im wörtlichen Sinne stattfinden. Hoffentlich ist das nur jene vom Privatfernsehen allzu gern verwendete Theatralik und der Rest der Sendung bleibt seriös.

rmv

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