Gelsenkirchen und Herten wollen Verrichtungsboxen einrichten

15. Juli 2014

Grundst├╝ck wird noch gesucht

Die Idee ist in Ordnung, die Motivation weniger. Wie in beinahe allen deutschen St├Ądten wird auch in Gelsenkirchen und Herten die Prostitution von Seiten der „betroffenen“ Anwohner und der Kommunalpolitik als st├Ârend, moralisch bedenklich und str├Ąflich angesehen. Existierende Bordelle will man loswerden, Bauantr├Ąge f├╝r neue Etablissements mit allen Mitteln vereiteln und, wo vorhanden, den Stra├čenstrich verbieten. Viel Diskussionsstoff bieten seit langem auch die Sexarbeiterinnen auf der dortigen Gelsenkirchener Stra├če.

Jetzt haben die beiden Ruhr-St├Ądte eine L├Âsung ersonnen: sogenannte Verrichtungsboxen sollen her. Verrichtungsboxen an sich m├Âgen sinnvoll sein. Unsch├Ân ist jedoch, dass deren Errichtung immer erst dann in Erw├Ągung gezogen wird, nachdem ewig lange ├╝ber die vermeintlichen Negativfolgen von offener Stra├čenprostitution sowie Sexarbeit an sich debattiert wird. Die Frauen m├╝ssen weg, und wenn es rechtlich nicht so einfach geht, Sperrbezirksverordnungen nicht greifen etc. dann verfrachtet man sie vielleicht in ein, wie es in einem anderen Zusammenhang hei├čt, „Reservat“ – an den Rand der Stadt, aus den Augen der der Verkehrsteilnehmer (sowohl derer, die sich ausschlie├člich auf den Stra├čenverkehr konzentrieren, als auch aller anderen), weit weg von jeglichen Kinder- und Jugendeinrichtungen und letztendlich noch in die Obhut von Tiersch├╝tzern … ├Ąhhh nein … Sozialarbeitern.

Wann die Stadtvertreter Gelsenkirchens und Hertens die Boxen aber errichten lassen werden ist noch offen. Erst muss das Konzept noch in den Stadt- sowie in der Bezirksregierung abgenickt werden und ein geeignetes Areal m├╝sse wohl auch noch gefunden werden.

Bis dahin werden die ├Ârtlichen Huren – zum Leidwesen der Einwohner – weiterhin frei herumwildern d├╝rfen…

rmv

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