Geschäftsmodell „Puppen-Escort­Service“ in Deutschland und der Schweiz…

21. März 2017

Bei den Japanern abgeschaut…

Dass die Japaner in Sachen Geschmack und Lifestyle sehr eigensinnig sind, ist hinlänglich bekannt. So verwundert es auch kaum einen mehr, dass im Staate Nippon mit Puppen-Bordellen Geld zu machen ist (siehe unseren Blog-Beitrag vom 12.06.2012).

Aber auch die Europäer scheinen der Idee nicht ganz abgeneigt zu sein. Sicherlich hat das damit zu tun, dass die Menschenattrappen immer realistischer werden. Zumindest in Sachen Haptik und Anatomie. Über die Körpermaße einiger der sogenannten Realdolls lässt sich hingegen streiten. Aber vielleicht ist auch das ein Pluspunkt. Die Welt des sexuellen Fetischismus ist ja vielfältig… . Zu kaufen gibt es ja den vermeintlichen Frauenersatz seit eh und jeh. Ob es sich dabei nun um jene gruselig drein schauenden, Gummipuppen für ein Paar Euro oder um mehrere tausend teure Silikon-Gespielinnen handelt, der Markt ist nicht klein. Heute ist es sogar möglich, seine Puppe nach den eigenen Wünschen und Phantasien herstellen zu lassen. Es gibt Abbilder echter Pornostars, Nachahmungen bekannter Comicfiguren und und und.

Bei all der Vielfalt und der offensichtlich regen Nachfrage stellt sich schnell eine Frage. Warum nicht ein Dienstleistungs-Business mit den Puppen beginnen? In Deutschland gibt es das bereits. Auf Realdoll-rent.de kann man sich ein solches Fabrikat stunden- oder tagewiese zu sich nach hause liefern lassen. Die Preise unterscheiden sich dabei kaum von jenen für Sexworker_innen aus Fleisch und Blut. Das Kasseler Unternehmen IntimateMoments hat sich auf den Verkauf von High-End-Silikonpuppen spezialisiert. Bietet seinen Kunden aber ebenso den Service, eine Liebespuppe für eine Nacht zu testen.

Seit einigen Monaten haben auch zwei junge Schweizer die RealDoll und BoyToy Liebespuppen von des Marktführers ABYSS Creation für sich entdeckt. Der Kunde kann hier entweder eines der diversen Modelle kaufen oder aber den Escortservice nutzen – übrigens der landesweit einzige. Und die Nachfrage ist da. Bereits mehrere Zeitungen sind auf die Gründer von „Dolls for Passion“ aufmerksam geworden. Ggegenüber der Zürichsee-Zeitung erklären die Jungunternehmer gar: „Mit den Puppen wollen wir eine Alternative zur Prostitution schaffen.“ Und auf ihrem Portal realdollschweiz.ch nennen sie uns gleich noch 10 Gründe, warum echte Frauen/Prostituierte nicht immer besser sind!

Ob es Bald auch ein RealDoll-Bordell im deutssprachigen Raum geben wird, ist vielleicht nur eine Frage der Zeit. Fragt sich nur, die synthetischen Zeitgenossinnen dann auch vom Prostituiertenschutzgesetz betroffen sind…

rmv

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