Hype um Erotikroman nachvollziehbar?

11. September 2012

Was hat „Shades of Grey“ was andere BĂĽcher nicht haben?

„Shades of Grey“ hier, „Shades of Grey“ da. Alle reden von diesem „Buch-Phänomen“, welches BDSM angeblich salonfähig mache und laut Focus dafĂĽr sorge, dass „in amerikanischen Ehebetten derzeit mehr los ist, als durchschnittlich 1,3-mal Sex pro Woche“. Aber warum ist das Buch, vor allem der erste Teil dieser Trilogie, so erfolgreich – Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste? Ist es nachzuvollziehen? Tja…

Grund Eins für diesen Hype wird wohl die riesige Marketingkampagne sein, die vor und während der Veröffentlichung im deutschen Markt gestartet wurde. Punkt zwei wahrscheinlich die Neugierde vieler Leser/innen, hat doch Charlotte Roche bereits vorgemacht, wie man ungewöhnliche Themen salonfähig macht.

Im Gegensatz zu den Feuchtgebieten hält „Shades of Grey“ jedoch nicht, was es verspricht. Worum geht es eigentlich? Kurz mit den Worten des Klappentextes gesagt: „Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview fĂĽr ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemĂĽht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian fĂĽhrt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurĂĽckschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht …“

Shades of Grey“ ist eigentlich ein schlichter und einfach gestrickter Liebesroman, der irgendwie in die Welt des Sado-Maso entfĂĽhrt. Will man qualitativ wertvolle Literatur, so enttäuscht das Geschriebene vollkommen – eher in Richtung Groschenroman einzuordnen. Möchte man Erotik und Sex, so wird man nicht wirklich von neuen Ideen, grenz-wertigen Formulierungen oder Themen ĂĽberrascht und Anregungen fĂĽr den Interessierten Leser bietet das Geschreibsel auch nicht sonderlich viele.

Warum gerade „Shades of Grey“ zu dieser Popularität gefunden hat und nicht eines der unzähligen anderen erotischen Romane, die es Jahr ein Jahr aus in den Handel schaffen, wer weiĂź … Lesen muss man es jedenfalls nicht. Mann kann aber.

Zufällige Beiträge aus der selben Rubrik