Internationaler Hurentag jährt sich zum 49. Mal

Rote Regenschirme

Am 2. Juni 1975, besetzten mehr als 100 Prostituierte die Kirche Saint-Nizier im französischen Lyon. Ziel der Frauen war es, auf ihre Situation aufmerksam zu machen, denn zu dieser Zeit kam es zu vermehrten Gewalttaten gegen “Sexarbeiterinnen”. Nach zwei Morden und der fehlenden Bereitschaft der Regierung die Situation der Prostituierten zu verbessern, besetzten die Frauen schließlich die örtliche Kirche und traten bis zur Auflösung nach acht Tagen durch die Polizei in den Streik. Dies wird allgemein als Startpunkt der Hurenbewegung angesehen.

Der internationale Hurentag, der in englischsprachigen Ländern International Sex Workers’ Day genannt wird, findet seitdem jährlich am 2. Juni statt – in Deutschland wurde er erstmals 1989 begangen. Anlässlich des Internationalen Hurentags finden auch 2024 wieder unterschiedliche Aktionen von Verbänden, NGOs etc. statt.

Veranstaltungen am 2. Juni (eine Auswahl)

Hannover

Die Fachberatungsstelle Phoenix lädt in die Bethlehemkirche ein.

Ab 16 Uhr besteht die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. Um 18:30 Uhr wird der Dokumentarfilm „Wo Sexarbeitende keine Rechte haben“ gezeigt. Ein Film ĂĽber das „Nordische Modell“ und das gesellschaftliche Stigma von Sexarbeit. Anmeldungen sind nicht nötig.

Frankfurt am Main

FilmvorfĂĽhrung „Ladies of the Wood“ im Berger Kino. Gezeigt wird die Doku „Au Coeur Du Bois“ ĂĽber Sexarbeitenden unter dem „Nordischen Modell“ in Frankreich mit anschlieĂźender Diskussion. Das Event beginnt bereits um 17:30 Uhr.

Essen

Tag der offenen TĂĽr am Essener StraĂźenstrich. Organisiert wird der 2-stĂĽndige Einblick (11-13 Uhr) von der Beratungsstelle Caritas SKF.

Berlin

Die Sex Worker Action Group veranstaltet eine Demonstration zum Hurentag. Treffpunkt ist um 16:00 Uhr am Hardenbergplatz (Bhf Zoologischer Garten). AnschlieĂźenden ist eine Performances im Schwulen Museum geplant.

VeranstaltungsĂĽbersicht

In diesem Jahr ist es mit dem 2. Juni aber nicht getan. Denn deutschlandweit stehen Beratungsstellen und Verbände eine ganze Aktionswoche unter dem Motto „Redet mit statt ĂĽber uns!“ mit Rat und Aufklärung bereit – bis zum 7. Juni. Viele weitere Infos hält der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V. bereit. Siehe unter: https://www.berufsverband-sexarbeit.de

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