Johanna Weber entkräftet das Pommesbudenargument

30. Oktober 2014

„In der Zeit, in der ich nach Räumen fĂĽr ein Dominastudio in Berlin suche, hätte ich schon eine Pommesbudenkette eröffnet.“

Wer kennt es nicht das berĂĽhmte Pommesbudenargument. Unreflektiert und inflationär geistert es – ähnlich wie die „Deutschland ist das Bordell Europas“-Aussage – in diversen Varianten durch die Redebeiträge deutscher Politiker. Da lautet es zum Beispiel:

„Jede Imbissbude unterliegt in Deutschland strengeren Erlaubnis- und Kontrollregelungen als ein Bordell“

Hans-Peter Uhl (CSU-Bundestagsabgeordneter) – 04.2013

„Jede Pommesbude hat mehr Regeln als ein Bordell. Ich möchte deshalb klare Regeln aufstellen, beispielsweise eine Anmelde- und Erlaubnispflicht von Bordellen. Mir geht es darum, menschenverachtende Praktiken wie Flatrate-Sex zu verbieten.“

Manuela Schwesig (Familienministerin – SPD) – 08.2014

„Denn derzeit ist es einfacher ein Bordell zu eröffnen als eine Pommesbude.“

Nadine Schön (stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion) – 08.2014

„Jede Wurstbude wird hier schärfer kontrolliert als ein Bordell.“

Thomas Strobl (CDU-Bundesvize/Stellv. CDU-Fraktionsvorsitzender) – 08.2014

„Jede Frittenbude muss eine ZuverlässigkeitsprĂĽfung ĂĽber sich ergehen lassen und muss erlaubt werden. Also ich finde es völlig absurd zu sagen, hier (Anm.: Bordelle) verzichten wir darauf. Nein, es muss eine ZuverlässigkeitsprĂĽfung geben fĂĽr jeden Menschen, der dort tätig ist: fĂĽr den Wirtschaftsbetreiber, fĂĽr die TĂĽrsteher .[…]“

Prof. Dr. Christian Pfeiffer (Direktor des KFN, ehemals Justizminister Niedersachsens) – 06.2014

„Leider Gottes haben wir in Deutschland die Situation, dass jede Pommesbude besser kontrolliert wird als die Bordelle.“

Dorothee Bär (CDU/CSU-Bundestagsabgeordnete) – 06.2013

uvm.

„Warum es doch schwieriger ist ein Bordell zu eröffnen als eine Pommesbude“ erklärt Johanna Weber, politische Sprecherin des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen in der Huffington Post. Speziell richtet sie ihre AusfĂĽhrungen an Sozialministerin Manuela Schwesig. Die 10 Punkte, die die klischeehafte Aussage klar entkräften, lohnt es sich auf jeden Fall zu lesen – zu finden auf www.huffingtonpost.de.

„Liebe Frau Ministerin Schwesig, ich selber suche seit 1,5 Jahren nach Räumen fĂĽr ein Dominastudio in Berlin. In der Zeit hätte ich schon eine Pommesbudenkette eröffnet“, lautet Webers Schlusssatz. Na vielleicht wär das doch mal Die Geschäftsidee: eine Fast-Food-Kette, in welcher die Mitarbeiterinnen nur in Lack und Leder und mit strengen Befehlen den Burger an den Mann bringen.

rmv

Zufällige Beiträge aus der selben Rubrik