Neues Appartementhaus in Schwerin er├Âffnet

14. M├Ąrz 2018

Vorgaben und Richtlinien des ProstSchG umgesetzt
Beinahe wie aus dem Hut gezaubert, doch nicht ganz so ├╝berraschend wie man meinen mag. Die Landeshauptstadt Schwerin ist seit kurzem um eine Rotlichtadresse reicher. Genauer gesagt um ein Appartementhaus mit 10 Zimmern und angeschlossener Bar. Mitten im Lankower Gewerbegebiet wurde daf├╝r eigens eine leerstehende, 400 Quadratmeter gro├če Baracke umfangreich saniert. Damit steht also auch der Ziegeleiweg 13 synonym f├╝r jede Menge Erotik, Schwei├č, Wollust und Adult Fun.

Ziegeleiweg in Lankow
Schild von Rotlicht-MV.de am Appartementhaus in Lankow

In der Art eines Laufhauses ├╝berzeugt das von au├čen schlicht wirkende Objekt. Innen erwarten den Besucher helle, einladende Farben, eine moderne und funktionale Ausstattung sowie eine ansprechende Schlichtheit. Weder wird man mit dem Pomp von High-Class-Bordellen noch vom zwielichtigen Kaschemmen-ÔÇ×SchickÔÇť erschlagen. Kurz gesagt, man kann hier entspannt ein und noch entspannter ausgehen. Bislang sind sechs der 10 Zimmer hergerichtet, die anderen folgen in den kommenden Wochen. Die Bar soll laut Betreiber, wenn alles gut geht seitens der Beh├Ârden, in zwei Monaten ihren Betrieb aufnehmen. Entsprechende Antr├Ąge und Konzessionen sind jedenfalls ordnungsgem├Ą├č beantragt. Ein weiteres Plus f├╝r Besucher: insgesamt umfasst das Grundst├╝ck rund 8.000 qm. F├╝r ausreichend Parkm├Âglichkeiten ist also gesorgt.

Von der Werbeduselei weg, stellt sich hier noch eine ganz grunds├Ątzliche Frage. Zumindest f├╝r den ein oder anderen. Und die lautet: ÔÇ×Braucht denn Schwerin noch einen Puff?ÔÇť Immerhin gibt es in und um die Sieben-Seen-Stadt bereits zwei ├Ąhnliche Etablissements (ein drittes schloss vor einem Jahr seine Pforten). Dazu kommen die mehr als ein Dutzend Adressen mit den hierzulande eher verbreiteten Modellwohnungen. Die Antwort ist aber ganz simpel: Ja, braucht sie! Grund ist das seit Juli geltende Prostituiertenschutzgesetz. Danach m├╝ssen Betreiber von Laufh├Ąusern und bordell├Ąhnlichen Betrieben, erg├Ąnzend zum bereits geltenden Bau- und Strafrecht, diverse Vorgaben erf├╝llen. Weil viele der bestehenden Rotlichtadressen aber genau diese Richtlinien nicht bzw. nur schwerlich erf├╝llen k├Ânnen, hat man in Schwerin vorausschauend gehandelt.

Hinter dem ÔÇ×Appartementhaus ZiegeleiwegÔÇť stehen eine Rostocker Immobiliengesellschaft und ein Schweriner Betreiber. Bereits als das ProstSchG im vergangenen Jahr verabschiedet wurde, haben beide Parteien die damit entstehenden Folgen f├╝r das Gewerbe erkannt und fr├╝hzeitig ├ťberlegungen zur Umsetzung angestellt (das Ergebnis kennen wir ja). Denn mit dem Gesetz sind fortan alle Betreiber u.a. dazu verpflichtet, die R├Ąume mit einem Notrufsystem auszustatten, geeignete Aufenthalts- und Pausenr├Ąume f├╝r die Prostituierten bereitzustellen, individuell verschlie├čbare Schr├Ąnke oder Spinte zur Verf├╝gung zu stellen etc. pp.. Auch d├╝rfen die Sexarbeiterinnen k├╝nftig ihre Arbeitsr├Ąume nicht mehr gleichzeitig als Schlaf- oder Wohnraum nutzen. F├╝r letzteren Punkt wurde im Ziegeleiweg mitgeplant. So stehen zumindest f├╝r 6 der Appartements zus├Ątzlich separate Schlafr├Ąume zur Verf├╝gung.

Ob und wie das Appartementhaus von der Kundschaft und nicht zu vergessen von den sich einmietenden Sexworker/innen angenommen wird, wird sich zeigen. Letzenendes wird es vor allem darauf ankommen, wie das in MeckPomm mit der Umsetzung des ProstSchG betraute Landesamt (LAGuS) mit der B├╝rokratiebew├Ąltigung hinterher kommt. Schlie├člich hat das direkte Auswirkungen darauf, wann und speziell wie viele der hiesigen Modellwohnungen ihren Betrieb einstellen m├╝ssen. Auch der Schweriner Appartementhausbesitzer vermietet ein paar dieser Wohnungen. Solange ihm deren Betrieb aber nicht versagt wird, wolle er diese weiterhin zur Verf├╝gung stellen, sagt er.

rmv

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