Ă–ffentlicher Umgang mit Prostitution – Berlin macht’s vor

Wander-Bürgerausstellung „Nachbarschaft & Prostitution“

Erst jetzt wurde ich auf ein bislang beispielloses Projekt aufmerksam, dass bereits 2011 und 2012 in Berlin konzipiert wurde. DurchgefĂĽhrt von Gerhard Haug, Rolf Hemmerich und Christiane Howe und getragen vom netzwerk stadtraumkultur e.V. wurde es von der Europäische Union, der Bundesrepublik Deutschland und vom Land Berlin gefördert. Unter dem Titel „Nachbarschaft & Prostitution“ wurde die Situation im Berliner Quartier rund um die KurfĂĽrstenstraĂźe im Schöneberger Norden und im SĂĽden des Tiergartens skizziert und eine BĂĽrgerausstellung erarbeitet. Das gelang den Initiatoren bereits im August des letzten Jahres, als die BĂĽrgerausstellung mit einer Podiumsdiskussion, die unter der Devise ‚Weg von den Problemen, hin zu neuen Lösungsansätzen‘ stand, eröffnet wurde.

Die Ergebnissen dieses Projektes sind enorm: 30 BĂĽrgerinnen und BĂĽrger rund um die KurfĂĽrstenstraĂźe äuĂźerten ihre Kritik und ihre Visionen zum Thema – darunter waren Sexarbeiterinnen, Freier, Anwohner, SchĂĽler, Geschäftsinhaber, ein Pfarrer oder auch ein Polizeihauptkommissar. Auf Plakaten wurden dann die unterschiedlichen Positionen und Ideen anschaulich dargestellt. Verschiedene Fachveranstaltungen, u.a. zu den Themen „Zusammenhang von Prostitution und Menschenhandel“ und „Geschichte der Prostitution im Quartier“ vertieften seitdem begleitend die Thematik.

Bedenkt man, wie häufig das Thema Prostitution, StraĂźenstrich und Bordellbetriebe in Städten und Gemeinden die GemĂĽter erhitzen und wie wenig konstruktiv das Ganze angegangen wird, dann kann das Projekt nur wegweisend sein. Ja auch ĂĽberregional. Die BroschĂĽre mit allen Statements, Zielen und Ergebnissen zum Projekt „Nachbarschaft & Prostitution“ ist hier online herunterzuladen. Diese sollten sich unbedingt alle Beteiligten zu GemĂĽte fĂĽhren und sich ein Beispiel nehmen! Damit sind nicht nur Politiker und Behörden, sondern ebenso Betreiber, Vermittler, Prostituierte und Freier bundesweit gemeint – natĂĽrlich auch betroffene Anwohner. Bleibt nur zu hoffen dass die vielen Ideen und Zielsetzungen in Berlin Schöneberg und darĂĽber hinaus in Zukunft viele FrĂĽchte tragen …

Diverse weitere Infos sind auf www.netzwerk-stadtraumkultur.de nachzulesen.

rmv

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