Rostock will Beratungsstelle f├╝r Prostituierte einrichten

17. Juni 2014

Bereits ab Juli soll der Verein Frauen helfen Frauen den Anlaufpunkt betreiben

Wie die Norddeutschen Neuesten Nachrichten (NNN) k├╝rzlich auf ihrem Onlineportal berichteten, werde in der Hansestadt Rostock ab Juli 2014 eine Prostituiertenberatungsstelle ihre Pforten ├Âffnen. Betrieben werde die neue Anlaufstelle, welche „betroffenen Frauen Hilfe bieten“ soll, vom Verein „Frauen helfen Frauen“, so die Tageszeitung.

Viel mehr ├╝ber das Vorhaben erf├Ąhrt man leider nicht von der zum medienhaus nord geh├Ârenden Tochtergesellschaft. Aber wie auch schon die SVZ in der Vergangenheit gibt man sich bei NNN ziemlich tendenzi├Âs. Der Leser bekommt hier mitunter den Eindruck (auch aufgrund einiger Aussagen einer Sozialarbeiterin), Prostituierte w├╝rden pers├ę unter der Fuchtel von Zuh├Ąltern und ausbeuterischen Banden stehen und w├╝rden von diesen regelrecht in Abh├Ąngigkeit gehalten. Hier wird ein Bild einer – Zitat: „h├Ąufig minderj├Ąhrigen“ – Sexarbeiterin gezeichnet, das diese als stilisiertes Opfer darstellt. Solche und ├Ąhnliche Verallgemeinerungen zum Thema kennt man ja vom medienhaus nord. Auch die SVZ hat in der Vergangenheit schon ├╝ber „Zwangsprostitution“ berichtet – und dies ebenso wenig objektiv, geschweige denn investigativ. siehe dazu:

Aber: komplett schlecht ist der NNN-Artikel┬á„Rotlicht: Rostock will Frauen helfen“┬ánicht. Ge├Ąu├čerte Kritik zum bisherigen Fehlen von Beratungsstellen in Mecklenburg Vorpommern sowie an der Einstellung von Landes- und Kommunalpolitik ist berechtigt. Nur eben jene, wie auch in anderen Medien gern praktizierte, einseitige Berichterstattung – in unserem Fall also die Vermischung von legaler Sexarbeit mit dem Straftatbestand des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung – halte ich f├╝r ├Ąu├čerst fraglich.

rmv

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