Sex-Dating: Prostituierte statt Online-Date

Casual Dating ist in – seit Jahren schon. Zumindest suggerieren das zahlreiche Apps und Webseiten zum zwanglosen Sextreffen genauso wie die etlichen Vergleichsportale, aber auch diverse das Thema aufgreifende Lifestile-Magazine. Ob das jetzt ein Trend ist, wage ich mal anzuzweifeln. Lediglich die Art bzw. der Ort des Kennenlernens hat sich verändert – also in die digitale Welt. Und letztendlich bestimmt das Gros der Dating-Portale das Balzverhalten Menschen doch direkt mit. Uns sowohl Markt als auch die Triebe sind riesig. Die Nachfrage bestimmt also auch hier das Angebot.

Der hässliche Rattenschwanz

Was aber leider dazu kommt ist, dass das Onlinedating einen enormen, hässlichen Rattenschwanz mit sich zieht. So hat man kaum noch Sicherheit, welche Anbieter seriös sind und welche nicht. Ich würde sogar sagen, die Vertrauenswürdigkeit ist mittlerweile extrem schwer einzuschätzen. Bei Seitensprung-Portalen ist es wohl beinahe unmöglich.

Viele wissen sicherlich, was ich meine: Abzocke. Da wären automatisch generierte Fake-Accounts, Gefälschte und moderierte Profile seitens der Seitenbetreiber, gekaufte Autoren, Fake-Profile von Drittanbietern und und und.

Beispielhaft: In einem Bericht von n-TV.de aus dem Jahr 2018 ĂĽber Single-Börsen hieĂź es, dass der Online-Dating-Boom den Betrug fördere. In dem rasant gewachenen Markt gäben „unbedarfte Herren ĂĽber 100 Millionen Euro fĂĽr unseriöse Dating-Dienste aus, bei denen es so gut wie unmöglich sei, reale Kontakte zu knĂĽpfen.“

Das muss man sich einmal vorstellen. Mittlerweile dĂĽrfte die Zahl noch höher ausfallen. Und die Krux: „Aufgrund der Vielfalt der Domains und der eingesetzten Briefkastenfirmen laufen auch die Instrumente des Verbraucherschutzes völlig ins Leere“, heiĂźt es im Beitrag.

Doch warum wird es den Scamern nur so leicht gemacht? Der Knackpunkt ist hausgemacht. Frauen müssen bei sehr vielen Seiten/Apps nämlich nicht für ihren Account zahlen. Das ist bis in 2020 eine Einladung für unseriöses Gebaren und Betrüger aller Art. Dazu kommt, dass die Maßnahmen zur Verifikation der Person sogut wie nicht vorhanden sind. Und das obwohl es mittlerweile sichere und was die Verschlüsselung betrifft zuverlässige Verfahren gibt. Damit wäre dann auch weitestgehend verhindert, dass sich Betrüger einen kostenflichtigen Account zulegen.

Ein aktueller Fall – FremdgehenClub

Gerade erst heute hat die Verbraucherzentrale MV vor Zahlungsaufforderungen vom FremdgehenClub gewarnt. In ihrer Pressemitteilung heiĂźt es:

„Mehrere Verbraucher in Stralsund erhielten eine als auĂźergerichtliche Mahnung bezeichnete Zahlungsaufforderung des „FremdgehenClub“. Gegenstand der Zahlungsaufforderung ist eine kostenpflichtige Mitgliedschaft auf dem Kontaktportal Fremdgehenclub.com. Dahinter steht angeblich die Lagneia Ltd. in London. Die Forderung ĂĽber zunächst 179,45 Euro zzgl. Mahnkosten von 10,00 Euro, später sind es knapp 400 Euro, soll auf ein Konto in Litauen ĂĽberwiesen werden. Als Kontoinhaber ist die Cash Collect GmbH angegeben, die der Verbraucherzentrale bereits aus anderen Sachverhalten bekannt ist. Die Betroffenen geben an, sich nicht auf dieser Seite angemeldet zu haben. Doch selbst wenn: Die Dating-Seite FremdGehenClub.com ist eine raffinierte Abo-Falle. Mit der Anmeldung wird direkt ein so genanntes Probe-Abo abgeschlossen, das sich automatisch verlängert. Es folgt ein Abo, das ca. 400 Euro kostet. Lohnen wĂĽrde sich eine Mitgliedschaft ĂĽbrigens nicht, denn es gibt auĂźer Fake-Profilen von Moderatoren nichts auf der Seite.

Unser Tipp: Bezahlen Sie nicht vorschnell und lassen Sie sich auch nicht von den Drohungen in der Zahlungsaufforderung einschĂĽchtern. Ein möglicherweise zustande gekommener Vertrag sollte unabhängig von der Sach- und Rechtslage und eventuell abgelaufenen Fristen gegenĂĽber dem Portalbetreiber vorsorglich schriftlich widerrufen, gekĂĽndigt und angefochten werden. Sind Sie unsicher oder benötigen Sie UnterstĂĽtzung, lassen Sie sich von Ihrer Verbraucherzentrale beraten.“

Und die Lösung?

Die ist so alt wie bewährt. Statt monatlich Unsummen in Dating- und Seitensprung-Portale zu stecken, letztendlich ohne auch nur ein einziges reales Match zu haben, geht man einfach zu einer Prostituierten. Sex gegen Bezahlung also! Nur dass man hier auf echte Frauen trifft. Und darum soll es ja letztendlich gehen. Ja klar, da gibt es auch schwarze Schafe und schlechte Dates. Aber immerhin könnt ihr noch vor Ort kehrtmachen. Und nicht unerheblich fĂĽr eure Session wirkt sich ja euer eigenes Verhalten und Auftreten aus. Bleibt also immer Gentleman…

Zumindest ist das die Lösung für diejenigen Herren unter euch, die jetzt nicht direkt eine Beziehung fürs Leben suchen. Wer aber genau die will, tja, der traut wohl weiterhin einem jener wenigen halbwegs seriösen Seitebetreiber. Oder er macht es auf die herkömmliche Art: rausgehen und auf die richtige Zeit vertrauen.

PS: Im Text bin ich von Männer, die Frauen suchen ausgegangen. Natürlich sind hier auch alle anderen möglichen Konstellationen mit inbegriffen. Man mag mir meine fehlende Gentrifizierung nachsehen. Aber es soll am Ende ja lesbar sein.

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