SPD hat nichts gelernt: Nach ProstSchG folgt Prost-Verbot

Ja, die Meldung macht schon seit zwei Wochen die Runde, ist nicht neu. Wer es aber noch nicht mitbekommen hat, der darf sich jetzt noch einmal ganz neu entsetzt zeigen. Denn wie unterschiedliche Medien berichten, streben mehrere Führungskräfte der SPD ein bundesweites Sexkaufverbot, in Anlehnung an das sogenannte Nordische Modell an.

War man bei den Sozialdemokraten bislang eher liberal eingestellt, folgt nun die Kertwende in Richtung Kriminalisierung der Sexarbeit. Obwohl das stimmt eigentlich auch nicht ganz mit der Liberalität. Immerhin hat die SPD unter FederfĂĽhrung von Manuela Schwesig ja den UnionsvorstoĂź hin zum alles andere als schĂĽtzenden „Prostituiertenschutzgesetz“ mit begleitet. Und dennoch war der allgemeine Konsenz, dass ein Verbot der Prostitution bzw. das Nordische Modell fĂĽr Deutschland und fĂĽr die SPD nicht infrage käme.

Nun aber scheinen die Sozialdemokraten, speziell um die Bundesabgeordneten Maria Noichl und Leni Breymaier, die ehemalige Ministerin Herta Däubler-Gmelin einen weiteren Schritt in Richtung radikal konservatives Menschenbild zu gehen. Stereotypisierung und verklärt vorverurteilende Ressentiments inklusive. Und auch die alten ausgelutschten Phrasen sind wieder am Start.

So weiĂź Noichel:

„Mit einer liberalen Prostitutionsgesetzgebung verkommt Deutschland zum Puff Europas.“

Parteikollegin Breymaier lieĂź gegenĂĽber der taz verlauten:

„Ich kämpfe fĂĽr eine Welt ohne Prostitution“.

Ihre Fachkompetenz hat sie durch die Erkenntnis, dass ein Stuttgarter Betreiber zur Beihilfe des Menschenhandels verurteilt wurde sowie den Auftritt von Alice Schwarzer beim von Abolitionistinnen veranstalteten „Weltkongress Prostitution“. 

Na dann sollen Breymaier und Co. doch „kämpfen“. Nur, wenn sie genauso tendentiös und hölzern die Probleme in allen Gesellschaftsbereichen angehen, dann mĂĽssen sie ganz schön gewaltig nachziehen:

  • Verbot von Fleischkonsum (weil: Billiglöhner, „Lohnsklaven“ in Schlachtereien; weil: Massentierhaltung, KĂĽkenschreddern…)
  • Verbot von Spargelkonsum etc. (gnadenlose Ausbeutung von ausländischen Erntehelfern…)
  • Stigmatisierung von Haushaltshilfen und Reinigungspersonal (können sie ja nicht freiwillig machen, so als Zwangsarbeiter – schlieĂźlich

–> siehe dazu die vielen Berichte wie z.B. jenen von Deutschlandfunk Kultur: „Moderne Lohnsklaven in Deutschland“

  • Abschaffung von Pflegeberufen (immer mehr Fachkräfte leiden unter extremen, krankmachenden physischen und Belastungen – siehe u.a. BKK-Gesundheitsreport)
  • Kriminalisierung von Haustierhaltung (wegen illegalen Handels mit Hunden und exotischen Tieren – der illegale Jungtierhandel gilt als weltweit drittgrößter Schwarzmarkt)
  • … Wer hat noch Ideen? Einfach hier nach Lust und Laune was ergänzen…

Liebe SPD,

da habt ihr ja noch viel zu tun, ähh zu kämpfen. Immer schön alles persé kriminalisieren. Nur die Missstände der einzelnen Branchen und deren Ursachen zu bekämpfen wäre ja mit Arbeit verbunden.

Macht es euch leicht! Sagt einfach Buuuhhh zur Sexarbeit, verleumdet und entmĂĽndigt die Prostituierten (Was ist eigentlich mit den Männern und Transexuellen?), käut immer fleiĂźig möglichst viel stumpfes Gewäsch von Schwarzer, Ackerman und Konsorten wieder und dann ist die Welt gerettet vor … ??? … ja vor was eigentlich… ach ja, vor dem bösen macht- und sexbesessenen Triebtäter namens Mann.

rde

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