Studie zur Prostitution: „Selling Sex in the City“

3. Mai 2013

Amsterdamer Forschungsprojekt gibt Aufschl├╝sse ├╝ber die Geschichte der Sexarbeit quer durch die Jahrhunderte und Kontinente

„Selling Sex in the City“: F├╝r das k├╝rzlich ver├Âffentlichte Forschungsprojekt des Amsterdamer Instituts f├╝r Sozialgeschichte haben Historiker das Prostitutionsgewerbe von international 25 Hafenst├Ądten (darunter Nairobi, Johannesburg, Shanghai, Bombay, Buenos Aires, Mexico City, Sydney, Istanbul, London, Hamburg/Berlin und New York) beleuchtet. Dabei recherchierten sie zu Geschichte der weiblichen Prostitution beginnend im Jahr 1600 bis zur heutigen Zeit.

Erstaunlich, oder vielleicht auch nicht, ist dabei, wie wirtschaftlich wichtig und notwendig das Sexgewerbe f├╝r die jeweiligen St├Ądte war. Zwar waren die st├Ądtischen bzw. staatlichen Regularien von Kulturkreis zu Kulturkreis unterschiedlich und verschieden stark ausgepr├Ągt, doch Prostitution wurde stets geduldet und galt immer auch als wichtige Geldeinnahmequelle.

Gestern sendete auch der in K├Âln ans├Ąssige „Deutschlandfunk“ einen Beitrag zur Studie. F├╝r einen Vergleich der gewonnenen Ergebnisse aus der Vergangenheit mit den heutigen Umst├Ąnden, besonders in Europa und Deutschland, zitiert der Sender den Historiker Lex Heerma van Voss mit den Worten: „[…] dass es aufgrund der historischen Erfahrungen extrem unwahrscheinlich ist, dass heute die gro├če Mehrheit der Prostituierten zu ihrem Job gezwungen wird.“ So sei die Annahme, dass Prostitution ausschlie├člich unter Zwang und meistens in Verbindung mit Menschenhandel geschehe, einfach falsch.

K├╝rzlich erst, vom 25. bis 27. April, fand in Amsterdam eine die Studie abschlie├čende Konferenz statt, auf der die Ergebnisse der Niederl├Ąndischen Forscher diskutiert wurden. Noch ist die Studie nicht ├Âffentlich zug├Ąnglich, aber hoffentlich wird das in den n├Ąchsten Wochen geschehen. Fehlt doch leider h├Ąufig in den heutigen Debatten ├╝ber Prostitution ein kulturgeschichtlicher und soziologischer Blick auf das Thema. Allzu gern wird dann lehr herumget├Ânt ├í la „Fr├╝her war alles besser“ …

rmv

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