SWR zeigt Reportage √ľber das Rotlichtmilieu

13. Mai 2014

betrifft: „Das boomende Gesch√§ft mit der Prostitution“

In der letzten Woche noch gew√§hrte der Reporter Daniel Lange im Auftrag des Fernsehsenders Sat1 einen Einblick in die Machenschaften von Menschenh√§ndlern. Wie bef√ľrchtet, war das Format jedoch durchsetzt von Effekthascherei und fokussierter Emotionalit√§t. √úber die Investigativit√§t von „Lange jagt die Menschenh√§ndler“ darf gestritten werden. Klares Manko war, dass der ehemalige Akte-Reporter nicht wirklich undercover unterwegs war, noch war er auf der Jagd – die interwiewten Menschenh√§ndler sa√üen ja bereits hinter Gittern und von jenem √ľberf√ľhrten Freier ging nun wirklich keine Gefahr f√ľr die Journalisten aus. Vor allem, dass in Sachen Prostitution keine differenzierte und ursachenbasierte Recherche betrieben wurde, ist der Sendung anzulasten. So gab es keinerlei Unterscheidung von Armuts- und Beschaffungsprostitution mit Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Es wurde kein Blick auf politische, kulturelle oder gesellschaftliche Hintergr√ľnde gerichtet. Die moralische Auseinandersetzung mit diesem wahnsinnig komplexen und somit schweren Thema bestand ausschlie√ülich darin, anhand von Extrembeispielen (die es leider gibt) ein Schreckensbild in die K√∂pfe der Zuschauer zu pflanzen. Objektiv zu sein war wohl auch gar nicht die Absicht der Macher.

Fazit: Interessant und ersch√ľtternd war die Reportage, aber leider auch undifferenziert und einseitig.

SWR-Reportage am 14. Mai

Am kommenden Mittwoch, dem 14. Mai 2014, folgt gleich die n√§chste Reportage √ľber das Rotlichtmilieu. So wird im SWR Fernsehen in dem Format „betrifft“ der Frage nachgegangen, wer denn die Menschen sind, welche Sexdienstleistungen f√ľr Geld anbieten. „Verkaufte Frauen ‚Äď Das boomende Gesch√§ft mit der Prostitution‚ÄĚ lautet der Titel der um 20:15 Uhr ausgestrahlten Sendung. Dem √∂ffentlich rechtlichen Sender zufolge haben die beiden Journalisten Sabine Harder und Edgar Verheyen mehrere Monate im Rotlichtmilieu in Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-W√ľrttemberg recherchiert. Da der Titel allerdings auch hier wieder mit einem √ľberaus tendenzi√∂sen Duktus hervor sticht, darf bereits vorab zu bezweifeln sein, ob das Fazit der monatelangen Recherche nicht bereits vorher fest stand. In der Art: Prostitution ist keine Sexdienstleistung sondern ein Verkauf von K√∂rper und Seele.

Aber es geht auch anders

Dass sich aber nicht alle undifferenziert und voreingenommen mit Prostitution auseinandersetzen, zeigt folgendes Beispiel. Zeit-Online berichtet √ľber die Hamburger Sozialp√§dagogin und Leiterin der Beratungsstelle „Sperrgebiet“, Beatrice Hennig, √ľber ihre Arbeit und die Probleme im Stadtteil St. Georg. Der Artikel „Prostitution. Nicht freiwillig, aber auch nicht versklavt“ ist auf zeit.de zu finden.

rmv

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