Thema in Rostock: „Sexarbeit – (K)ein Beruf wie jeder andere?“

Veranstaltungsreihe vom 11.-29. Mai in der FRIEDA 23

Die kürzlich ins Leben gerufene „SeLA – Beratungsstelle für Menschen in der Sexarbeit in Rostock“ unter dem Dach des Vereins „Frauen helfen Frauen e.V.“ lädt in der Zeit vom 11.-29. Mai 2015 zu einer Veranstaltungsreihe zum Thema Sexarbeit ein. Veranstaltungsort ist das FRIEDA 23, das Kultur- und Bildungszentrum unter der Obhut der KARO gAG. In der Pressemitteilung heißt es:

Zum Thema Sexarbeit fallen derzeit in den öffentlichen Debatten Schlagworte wie Kondompflicht, Zwangsuntersuchungen, Meldeplichten für Prostituierte und Bestrafung der Freier. Damit soll den Auswüchsen in der Prostitution, wie Großbordelle, Flatrate-Sex und Zwangsprostitution etwas entgegen gesetzt werden. Deutlich wird dabei aber, dass eine einseitige öffentliche Wahrnehmung der unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten von Prostituierten vorherrscht, wobei das Arbeits- und Privatleben aus eigener Perspektive der SexarbeiterInnen wenig Beachtung findet.

Die Veranstaltungsreihe von Frauen helfen Frauen e.V. und der Heinrich Böll Stiftung MV zeigt die Vielschichtigkeit des Themas Prostitution. Eröffnet wird die Reihe mit der Ausstellung des Fotoprojekts „Halbe Stunde“ der Hamburger Fotografin Tanja Birkner. Birkner porträtierte im Sperrbezirk St. Georg behutsam Menschen, die auf verschiedene Weise an diesem Ort mit Sexarbeit in Berührung kommen. Wer die Ausstellung in der Frieda besuchen möchte, kann dies gleich mit dem Besuch der Kinofilme (18. und 20.05. jeweils 20 Uhr) verbinden, die einen besonderen Einblick in die Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiterinnen geben.

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion am 27.5., 19 Uhr soll vor dem Hintergrund der geplanten Gesetzesänderung mit Expertinnen diskutiert werden, welche Auswirkungen diese auf die tatsächliche Lebensrealität der SexarbeiterInnen haben werden – Eingriff des Staates in das Recht der freien Berufsausübung oder verbesserter Schutz vor Menschenhandel, Gewalt und Ausbeutung?

Ausstellung

Das Fotoprojekt »Halbe Stunde« erzählt von Frauen, die seit zwanzig Jahren in Hamburg auf dem Steindamm stehen und dort ihre Kunden treffen; von jungen Männern, die als Escort arbeiten; von Frauen aus Bulgarien und Rumänien, die der Armut ihres Heimatlandes und ihrer Perspektivlosigkeit entkommen wollen; oder auch von der selbstbewussten Domina mit eigenem Studio. Die Fotografin Tanja Birkner hat diese Menschen behutsam porträtiert und lässt sie von ihrem Leben, ihrer Arbeit und ihrem Blick auf die Welt erzählen.

Geöffnet: Mo – Fr 8 – 20 Uhr und nach Vereinbarung, Foyer FRIEDA 23 im Erdgeschoss

Ausstellungseröffnung „Halbe Stunde“ mit Tanja Birkner

Mo, 11. Mai 2015, 18:15 Uhr, Foyer FRIEDA 23

Filme

Von glücklichen Schafen (Spielfilm, BRD, 2015)

Ein 16-jähriger findet heraus, dass seine Mutter als Prostituierte arbeitet, um ihren beiden Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen.

Mo, 18. Mai 2015, 20 Uhr, LiWu in der FRIEDA 23, Eintritt 6 Eur

Frauenzimmer (Doku, BRD, 2010)

Erzählt wird die Geschichte von drei älteren Frauen aus Berlin, die ihr Geld mit Sexarbeit verdienen.

Mi, 20. Mai 2015, 20 Uhr | LiWu in der FRIEDA 23, Eintritt 6 Eur

Podiumsdiskussion

Sexarbeit – (k)ein Beruf wie jeder andere?

mit:

Harriet Langanke Journalistin, Stiftung Sexualität und Gesundheit Köln

Martina Tegtmeier MdL, Sprecherin für Gleichstellungspolitik der SPD-Fraktion im Landtag

Sabine Burghardt, SeLA – Beratungsstelle für Menschen in der Sexarbeit in Rostock

Moderation: Gabriele Struck, NDR-Journalistin

Mi, 27. Mai 2015, 19 Uhr, im Frieda-Studio (neben LiWu)

Kontaktdaten der SeLA Rostock:

SeLA Rostock

Beratung für Menschen in der Sexarbeit

Fon I : 0381 24379948

Fon II: 0172 7508015

E-Mail: sela@fhf-rostock.de

Frauen helfen Frauen e.V.

Ernst-Haeckel-Str. 1

18059 Rostock

www.fhf-rostock.de

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