Unterschriftenaktion von Solwodi eine Farce

„Prostitution fördert Rassismus, verstärkt Armut und ist Quelle der Gewalt“

Im vorherigen Beitrag zur Podiumsdiskussion der Frauen-Union Oberfranken in Bayreuth habe ich behauptet, bei Solwodi würde man es mit der Wahrheit nicht so ernst nehmen. Diese Behauptung möchte ich jetzt fett unterstreichen. Und nicht nur das, zugunsten ihres anvisierten Zieles, die Prostitution in Deutschland zu kriminalisieren, machen die Vertreterinnen des christlichen Vereins aktionistische Propaganda, wo sie nur können. Jegliche Professionalität und Seriosität bleibt dabei auf der Strecke.

Was Anlass fĂĽr diese Kritik ist? Anlass ist die gerade abgeschlossene und angeblich von ĂĽber 18.000 Personen unterzeichnete Kampagne „Mach den Schluss-STRICH! Keine Frauensklaverei in Deutschland!“ Darin wurde aufgerufen, sich per Unterschrift fĂĽr ein „gesetzliches Verbot von Sexkauf in Deutschland“ einzusetzen.

Die Argumentation war dabei folgende:

Die Bilanz – dramatisch

• Die Lebensbedingungen von Frauen in der Prostitution – schlimmer denn je.

• Der Handel mit Frauen in die Zwangsprostitution – dramatisch gestiegen.

• Deutschland – ein Zentrum dieses Handels.

Die Verlierer – die Frauen in der Prostitution

Die meisten

• arbeiten ohne Vertrag, ohne jegliche Sicherheit,

• werden ausgebeutet, arbeiten unter Druck oder Zwang,

• trinken Alkohol oder nehmen Drogen bei ihrer Tätigkeit,

• leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen,wie bei Folteropfern,

• wĂĽrden aussteigen. Wenn sie könnten.

Die Gewinner – Sexkäufer, Zuhälter, Bordellbetreiber, Schleuser, Menschenhändler, die

organisierte Kriminalität

Prostitution

• fördert Menschenhandel

• ist ein Angriff auf die Menschenrechte und auf die WĂĽrde der Frau

• verhindert Gleichberechtigung

• fördert Rassismus

• verstärkt Armut

• ist eine Quelle der Gewalt

Diese Propaganda ist so unsäglich ĂĽbel, da verschlägt es einem glatt die Sprache. Hier werden nicht nur Sexarbeiter/innen verläumdet und pathologisiert und entmĂĽndigt sowie Freier a priori kriminalisiert, nein, bei Solwodie ist man sich auch nicht zu schade komplett neue, krude Behauptungen aufzustellen. Wie bitte soll Prostitution eine Quelle der Gewalt sein? Wie in Dreiteufelsnamen fördert Sexarbeit Rassismus? Da bleibt einem echt die Spucke weg…

Solwodi-Gründerin Dr. Lea Ackermann, für mich mittlerweile als einer der Agitatoren neben Schwarzer und Uhl, erklärt dann auch noch:

„Wenn Jungen und Mädchen, Männer und Frauen von klein auf lernen, dass man(n) Sexualität – und das heiĂźt in aller Regel: Frauen –kaufen kann wie Fast-Food – wie soll da ein gleichberechtigtes Miteinander von Frau und Mann entstehen? Prostitution verhindert Gleichberechtigung, fördert Menschenhandel, ist einAngriff auf die WĂĽrde der Frau und auf ihre elementaren Menschenrechte.“

Daran knĂĽpft die GeschäftsfĂĽhrerin von „Solidarity with women in distress“ Deutschland, Monika Hartenfels an indem sie sagt:

„Ăśberall in Europa, zuerst in Schweden, dann auch in Norwegen, Irland, Frankreich hat man erkannt, dass es fĂĽr die Frauen viel mehr Nach- als Vorteile bringt, wenn die Prostitution legalisiert ist.“

Da hat man’s erkannt … Ist klar. FĂĽr alle, die sich vernunftbegabt und sachlich mit der Problematik beschäftigen: Wenn ihr was unterschreibt, dann bitte den „Appell FĂśR Prostitution“ des „Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen“.

Das Märchen mit den Mythen

Ă„hnliches gilt fĂĽr die „18 Mythen ĂĽber Prostitution“, die Solwodi auflistet und widerlegt. So einen Sch*** hab ich selten gelesen. Diese angeblichen Mythen, die scheinbar auch Behauptungen von der Rotlicht-Lobby sein sollen, sind eigens von Solvodi konstruiert und stehen (bis auf wenige Ausnahmen) in keinerlei Zusammenhang mit realen Argumenten von Prostituiertenverbänden und Co.. Teilweise sind reale Argumente ganz subtil verändert worden, um sie letzendlich leichter zu widerlegen. Andere dieser „Mythen“ sind schlicht erfunden, zumindest taugen sie nicht als Mythos, weil sie nur äuĂźerst schlechte/unzureichende Pro-Sexarbeit-Argumente wären. Allerdings gelingt die Widerlegung nur unzureichend, weil deren Autoren auch hier nur mit oberflächlichen Argumenten daherkommen.

Beispiel:

Mythos Nr. 9: “NUR SEXARBEITERINNEN SOLLTEN ÜBER DIESES THEMA SPRECHEN, DA SIE SICH DAMIT AM BESTEN AUSKENNEN.”

Das behauptet doch niemand! Wo ist also der Mythos?

Mythos Nr. 10: “PROSTITUTION IST NÜTZLICH FÜR DIE GESELLSCHAFT, VOR ALLEM FÜR SOZIAL ISOLIERTE UND EINSAME MÄNNER.”

Wer bitte behauptet sowas? Prostitution sowie die GrĂĽnde fĂĽr den Gang zu einer Sexdienstleisterin sind so vielschichtig, dass man als BefĂĽrworter nie mit so einer albernen PlatitĂĽde argumentieren wĂĽrde. Auch hier gilt: Wo bitte soll das ein Mythos sein?

Die Damen und Herren? von Solvodi sollten sich bitte einmal die Definition von Mythos anschauen:

„Ein Mythos ist in seiner ursprĂĽnglichen Bedeutung eine Erzählung, mit der Menschen und Kulturen ihr Welt- und Selbstverständnis zum Ausdruck bringen. In einem weiteren Sinn bezeichnet Mythos auch Personen, Dinge oder Ereignisse von hoher symbolischer Bedeutung oder auch einfach nur eine falsche Vorstellung oder LĂĽge.“ (Quelle: Wikipedia)

Diese 18 angeblichen Mythen spiegeln dabei weder ein menschliches Welt- und Selbstverständnis wider, noch besitzen sie symbolische Bedeutung. Und die einzige Lüge ist hier, dass es sich bei jenen 18 Behauptungen um Mythen handeln würde.

rmv

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