Warum der Papst Prostituierte verurteilt

10. M├Ąrz 2021

Es ist noch gar nicht allzu lange her, als der Papst Prostituierte als Zeichen einer kranken Gesellschaft dargestellt hat. Schnell wurde ein Eindruck vermittelt, dass Prostituierte eine unerw├╝nschte Randgruppe der Gesellschaft sind und quasi als „gekreuzigte Frauen“ gelten. Die Gesellschaft d├╝rfte Frauen, die f├╝r Geld ihren K├Ârper verkaufen, nicht gleichg├╝ltig bleiben. Aber der Kreislauf kann erst durchbrochen werden, wenn es keine Nachfrage mehr nach dieser Dienstleistung gibt. Der Papst betonte, dass erst dann die „Ausbeutung“ und „Dem├╝tigung unschuldiger Leben“ beendet werden k├Ânnte. Aber hat die Kirche wirklich ein Recht so ├╝ber Frauen zu urteilen, die sich prostituieren? Schlie├člich ist in Deutschland zum Beispiel Prostitution legal und es gibt viele Frauen und auch M├Ąnner, die dieser Besch├Ąftigung freiwillig nachgehen.

Die oben beschriebenen Worte stammen vom Papst Franziskus. Dieser hat Prostitution als Zeichen einer kranken Gesellschaft dargestellt. F├╝r ihn ist jede Form vom k├Ąuflichen Sex ein Zeichen f├╝r einen kriminellen Akt, der einer Versklavung gleich kommt. Er benutzte das Wort „widerliches Laster“ in einem Vorwort, welches in einem in Italien ver├Âffentlichen Buch ├╝ber eine kirchliche Initiative gegen Frauenhandel gedruckt wurde. F├╝r den Papst endet dieses Problem erst, wenn es keine Nachfrage mehr nach dieser Dienstleistung geben w├╝rde. Papst Franziskus sprach des Weiteren von einem „pathologischen“ Denken, indem eine Frau nur als eine Ware benutzt und dann unsanft entsorgt werde. Aber ist das ganze wirklich so einfach abgetan?

Nat├╝rlich gibt es leider einen Markt f├╝r Menschenhandel, wo Frauen gegen ihren Willen zu Sex und sexuellen Handlungen gezwungen und ausgebeutet werden. Dass diese verwerfliche Tat verboten ist, sieht man alleine an dem Grundgesetz. Jedoch sollte besonders in Zeiten der Frauenrechte und „Me-Too“ Debatten es einer Frau m├Âglich sein mit ihrem K├Ârper machen zu wollen, was sie will, ohne daf├╝r verurteilt zu werden. In vielen europ├Ąischen L├Ąndern, z. B. Schweden ist Prostitution gesetzlich strafbar. Freier werden gesetzlich zur Rechenschaft gezogen. In Holland hingegen ist Prostitution seit dem Jahr 2000 komplett legal. In Deutschland wider rum gab es seit 2002 einen Schritt in die holl├Ąndische Richtung. Sexarbeit ist durch das neue Prostitutionsgesetz nicht mehr strafbar. 2017 ist sogar das Prostitutionsschutzgesetz in Kraft getreten, welches Frauen und M├Ąnnern, die in dieser Branche arbeiten, bessere Arbeitsm├Âglichkeiten und einen Schutz gegen Kriminalit├Ąt bieten soll.

Der Beruf von Prostituierten ist damit auch gesetzlich stark umstritten: Schon in der Bibel wird das Verh├Ąltnis zu Prostitution stark ambivalent thematisiert. Einerseits werden Prostituierte als Glaubensvorbilder genannt, andererseits wird aber auch vor ihrem Umgang gewarnt. Am Ende muss sicher jeder selbst dazu ein Urteil bilden.

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