Welche Partei wählt man eigentlich als Sexworker?

31. Januar 2019

Am 26. Mai 2019 sind Europawahlen.

Vielleicht hat sich ja mal der ein oder andere Sexworker gefragt, welche Partei man eigentlich wählen kann, wenn die eigenen Arbeitsrechte vertreten und gestärkt werden sollen. Bislang kommen da auf Bundesebene eher nur die Oppositionsparteien Die Linke und BĂĽndnis 90 die GrĂĽnen in Frage. Zumindest haben deren Bundestagsabgeordnete sich in punkto ProstSchG klar gegen das Gesetz und fĂĽr eine arbeitsrechtliche Gleichstellung der Prostituierten positioniert. Wenn auch auf Landesebene nicht immer ein gemeinsamer Nenner zur Prostitution gefunden wird. Extremes Negativbeispiel ist da sicherlich die Wiesbadener Lokalpolitikerin Manuela Schon (Die Linke – bis 2017?), die seit Jahren mit fragwĂĽrdigen und wahrheitsverzerrenden Methoden ihre Abneigung gegen Sexarbeit verbreitet (u.a. ĂĽber das Projekt „Abolition 2014“). Selbst bezeichnet sich die aktuell im Amt der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Darmstadt befindliche Soziologin ĂĽbrigens als Radikalfeministin. Aber Schluss, jetzt soll Frau S. keine Plattform geboten werden… ZurĂĽck zum Eigentlichen.

Neuestes Mitglied im politischen Geschehen (wenn auch schon seit 2014) ist die noch kleine Partei „Die Humanisten“. Auf ihrer Agenda positionieren sie sich klar fĂĽr eine selbstbestimmte Sexarbeit (siehe hier). U.a. heiĂźt es:

„Wir treten fĂĽr ein liberales Deutschland ein, in dem Menschen selbst ĂĽber ihren Körper bestimmen können. Wir fordern eine Gleichstellung von Sexarbeit mit allen anderen Berufen. Es ist es ein Job wie jeder andere. FĂĽr geleistete Arbeit erhält man ein Dienstleistungs-Honorar. Regulierungen in dieser Branche sind sehr wichtig, sollten aber stets den Schutz der Sexarbeiter im Fokus haben. Sie sollen ihren Job frei von gesellschaftlicher Ă„chtung oder staatlicher Bevormundung ausĂĽben können.“

Wäre doch mal eine Idee fĂĽr die diesjährige Europawahl…

rde

Nachtrag, April 2019: Die Stellungnahme ist so nicht mehr online. Anstatt der Beitrag „Sexarbeit: My body, my choice

Weiterhin haben die Humanisten mit einem ungeschönten Faktencheck zum schwedischen Modell nachgelegt.

Nachtrag, 23.04.2019: Wir haben eine nette Mail mit dem Hinweis bekommen, dass die Stellungnahme nun wieder online ist.

AuĂźerdem gibt es einen neuen Beitrag: „Neuseelands Liberalisierung der Sexarbeit – ein Erfolg?“

Danke fĂĽr die ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema…!

Nachtrag, 12.05.2019: Auch Josefa Nereus hat sich mit dem Thema Wahlen beschäftigt. Ihr Video dazu findest Du auf Youtube bzw. auf Facebook.

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