Wie betrachtet man Prostitution „queerfeministisch-marxistisch“?

23. Juni 2016

Die promovierte Politikwissenschaftlerin Jenny Künkel über Sex, Arbeit und Migration

Jenny Künkel, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Weimar und Mitbegründerin des COST-Netzwerks europäischer Prostitutionsforscher/innen „Comparing European Prostitution Policies: Understanding Scales and Cultures of Governance“ hat in ihrem noch jungen Blog einen ausführlichen Beitrag zur Sexarbeit aus „queerfeministisch-marxistischer Perspektive“ veröffentlicht.

Darin beschreibt sie u.a. einen „hegemonialen Prostitutionsdiskurs“, betrachtet die „Neoliberalisierung von Arbeit und repressive Migrationsgesetze als Ursachen von Macht und Gewalt in der (Sex-)Arbeit“ und vertritt den Standpunkt, dass „Prostitutionsregulierung nicht unwichtig, aber überbewertet“ sei. Sie schreibt über Arbeitsbedingungen, die „in einem Klima aus Stigma, Kontroll- und Verbotswünschen kaum diskutierbar“ sind und widerspricht vehement der Annahme, „dass ein Verbot der Nachfrage von Sexarbeit“ das Problem der Armutsprostitution löse.

Hier der Link zu Künkels Text „Sex/Arbeit/Migration – eine queerfeministisch-marxistische Perspektive“.

Passend dazu: Während der Veranstaltungsreihe „Sex als Arbeit“ der Interventionistischen Linken Bielefeld, Mitte April 2016, hat Jenny Künkel zudem einen anderthalbstündigen Vortrag unter dem Titel „Das Unbehagen mit der Sexarbeit“ gehalten. Dieser ist auf dem Portal Soundcloud.com zu hören. Den Ankündigungstext hat die Politikwissenschaftlerin auf sexcrimecity.wordpress.com eingestellt.

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