Strafgesetzbuch

§ 180 – Förderung sexueller Handlungen MinderjĂ€hriger

(2) Wer eine Person unter achtzehn Jahren bestimmt, sexuelle Handlungen gegen Entgelt an oder vor einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen, oder wer solchen Handlungen durch seine Vermittlung Vorschub leistet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fĂŒnf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(4) In den FÀllen der AbsÀtze 2 und 3 ist der Versuch strafbar.

§ 180a – Ausbeutung von Prostituierten

(1) Wer gewerbsmĂ€ĂŸig einen Betrieb unterhĂ€lt oder leitet, in dem Personen der Prostitution nachgehen und in dem diese in persönlicher oder wirtschaftlicher AbhĂ€ngigkeit gehalten werden, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer

1. einer Person unter achtzehn Jahren zur AusĂŒbung der Prostitution Wohnung, gewerbsmĂ€ĂŸig Unterkunft oder gewerbsmĂ€ĂŸig Aufenthalt gewĂ€hrt oder
2. eine andere Person, der er zur AusĂŒbung der Prostitution Wohnung gewĂ€hrt, zur Prostitution anhĂ€lt oder im Hinblick auf sie ausbeutet.

Fassung aufgrund des Gesetzes zur Regelung der RechtsverhĂ€ltnisse der Prostituierten (Prostitutionsgesetz – ProstG) vom 20.12.2001 (BGBl. I S. 3983), in Kraft getreten am 01.01.2002

§ 181a – ZuhĂ€lterei

(1) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fĂŒnf Jahren wird bestraft, wer

1. eine andere Person, die der Prostitution nachgeht, ausbeutet oder
2. seines Vermögensvorteils wegen eine andere Person bei der AusĂŒbung der Prostitution ĂŒberwacht, Ort, Zeit, Ausmaß oder andere UmstĂ€nde der ProstitutionsausĂŒbung bestimmt oder Maßnahmen trifft, die sie davon abhalten sollen, die Prostitution aufzugeben,

und im Hinblick darauf Beziehungen zu ihr unterhĂ€lt, die ĂŒber den Einzelfall hinausgehen.

(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer die persönliche oder wirtschaftliche UnabhĂ€ngigkeit einer anderen Person dadurch beeintrĂ€chtigt, dass er gewerbsmĂ€ĂŸig die ProstitutionsausĂŒbung der anderen Person durch Vermittlung sexuellen Verkehrs fördert und im Hinblick darauf Beziehungen zu ihr unterhĂ€lt, die ĂŒber den Einzelfall hinausgehen.

(3) Nach den AbsĂ€tzen 1 und 2 wird auch bestraft, wer die in Absatz 1 Nr. 1 und 2 genannten Handlungen oder die in Absatz 2 bezeichnete Förderung gegenĂŒber seinem Ehegatten oder Lebenspartner vornimmt.

Fassung aufgrund des Gesetzes zur Bereinigung des Rechts der Lebenspartner vom 20.11.2015 (BGBl. I S. 2010), in Kraft getreten am 26.11.2015

§ 182 – Sexueller Mißbrauch von Jugendlichen

[…] wird mit Freiheitsstrafe bis zu fĂŒnf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird eine Person ĂŒber achtzehn Jahren bestraft, die eine Person unter achtzehn Jahren dadurch missbraucht, dass sie gegen Entgelt sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen lĂ€sst.

(4) Der Versuch ist strafbar.

(5) In den FĂ€llen des Absatzes 3 wird die Tat nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen fĂŒr geboten hĂ€lt.

(6) In den FĂ€llen der AbsĂ€tze 1 bis 3 kann das Gericht von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn bei BerĂŒcksichtigung des Verhaltens der Person, gegen die sich die Tat richtet, das Unrecht der Tat gering ist.

§ 184f – AusĂŒbung der verbotenen Prostitution

Wer einem durch Rechtsverordnung erlassenen Verbot, der Prostitution an bestimmten Orten ĂŒberhaupt oder zu bestimmten Tageszeiten nachzugehen, beharrlich zuwiderhandelt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu einhundertachtzig TagessĂ€tzen bestraft.

Fassung aufgrund des Neunundvierzigsten Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuches – Umsetzung europĂ€ischer Vorgaben zum Sexualstrafrecht vom 21.01.2015 (BGBl. I S. 10), in Kraft getreten am 27.01.2015

§ 184g – JugendgefĂ€hrdende Prostitution

Wer der Prostitution
1. in der NĂ€he einer Schule oder anderen Örtlichkeit, die zum Besuch durch Personen unter achtzehn Jahren bestimmt ist, oder
2. in einem Haus, in dem Personen unter achtzehn Jahren wohnen,

in einer Weise nachgeht, die diese Personen sittlich gefÀhrdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Fassung aufgrund des Neunundvierzigsten Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuches – Umsetzung europĂ€ischer Vorgaben zum Sexualstrafrecht vom 21.01.2015 (BGBl. I S. 10), in Kraft getreten am 27.01.2015

§ 232 – Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung

(1) Wer eine andere Person unter Ausnutzung einer Zwangslage oder der Hilflosigkeit, die mit ihrem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution oder dazu bringt, sexuelle Handlungen, durch die sie ausgebeutet wird, an oder vor dem TĂ€ter oder einem Dritten vorzunehmen oder von dem TĂ€ter oder einem Dritten an sich vornehmen zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. Ebenso wird bestraft, wer eine Person unter einundzwanzig Jahren zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution oder zu den sonst in Satz 1 bezeichneten sexuellen Handlungen bringt.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) Auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren ist zu erkennen, wenn
1. das Opfer der Tat ein Kind (§ 176 Abs. 1) ist,
2. der TÀter das Opfer bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt oder
3. der TĂ€ter die Tat gewerbsmĂ€ĂŸig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat, begeht.

(4) Nach Absatz 3 wird auch bestraft, wer
1. eine andere Person mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution oder zu den sonst in Absatz 1 Satz 1 bezeichneten sexuellen Handlungen bringt oder
2. sich einer anderen Person mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List bemĂ€chtigt, um sie zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution oder zu den sonst in Absatz 1 Satz 1 bezeichneten sexuellen Handlungen zu bringen.

(5) In minder schweren FĂ€llen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fĂŒnf Jahren, in minder schweren FĂ€llen der AbsĂ€tze 3 und 4 ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fĂŒnf Jahren zu erkennen.

Vorschrift eingefĂŒgt durch das Siebenunddreißigste StrafrechtsĂ€nderungsgesetz – §§ 180b, 181 StGB – (37. StrÄndG) vom 11.02.2005 (BGBl. I S. 239), in Kraft getreten am 19.02.2005