„Sexarbeit und Gewalt“ – Podiumsdiskussion in Rostock

12. November 2018

im Rahmen der Anti-Gewalt-Woche

Liebe Sexarbeiter_innen, politisch interessierte Freier…,

am nächsten Donnerstag findet in Rostock eine offene Posiumsdiskussion zum Thema „Sexarbeit und Gewalt„ statt. Organisiert wird der Abend von der Beratungsstelle fĂĽr Menschen in der Sexarbeit „SeLA“.

„Sexarbeit und Gewalt„
Podiumsdiskussion im Rahmen der Anti-Gewalt-Woche

  1. November 2018, 18 Uhr
    Doberaner Str. 6 (Hinterhof), 18057 Rostock, Kröpeliner Tor-Vorstadt
    Ausrichter: Beratungsstelle fĂĽr Menschen in der Sexarbeit (SeLA)
    „Das Thema Gewalt in der Prostitution wird häufig benutzt, um ein langfristiges Sexkaufverbot zu legitimieren. Wir wollen mit unseren Gästen ĂĽber unterschiedliche Formen von Gewalt und die Viktimisierung von Sexarbeiter*innen diskutieren.“

Podiumsteilnehmer_innen:

Josefa Nereus Sexworker, Pressesprecher Berufsverband Sexarbeit (BesD e.V.), Hamburg
Dr. Cathleen Kiefert-Demuth Gleichstellungsbeauftragte, Rostock
Sara Blücher Zora – Fachberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel und Zwangsverheiratung, Schwerin
Andrea Winkler KPI Rostock
Sandra Kamitz SeLA, Rostock
Weitere Infos unter https://www.fhf-rostock.de/

Hintergrundinformationen

Seit 2014 beraten die Sozialarbeiterinnen Nadine Herrmann und Sandra Kamitz der Beratungsstelle für Menschen in der Sexarbeit (SeLA) Sexdienstleisterinnen in der Hansestadt Rostock. Mehr als 300 Beratungen jährlich werden u.a. auch direkt an den Arbeitsorten wie Modellwohnungen und dem ErosCenter durchgeführt. Die überwiegend anonymen Beratungen sind an den vielfältigen Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiterinnen orientiert. SeLA unterstützt und begleitet parteilich Klientinnen bei Fragen zu ihrer Tätigkeit wie bspw. die rechtliche Situation durch das neue ProstituiertenSchutzGesetz, Fragen zu Sozialversicherungen und Steuerangelegenheiten, aber auch zu ganz persönlichen psycho-sozialen Anliegen. Die Unterstützungssuchenden sind vornehmlich nicht-deutsche Frauen, die nicht in der BRD wohnhaft sind, hier aber auf selbständiger Basis eine reisende Tätigkeit ausüben.

Der niedrigschwellige Zugang zu Beratungsangeboten für Menschen mit Sprachbarrieren ist bei Ausübung der stark tabuisierten und stigmatisierten Sexarbeit besonders wichtig. Viele von SeLAs Klientinnen verheimlichen ihre Arbeit vor ihrer Familie und den Freunden aus Angst verurteilt zu werden. Dies führt zu einer zusätzlichen Belastung im Alltag. Der Umgang mit unterschiedlichen Diskriminierungsformen und der vielfach verbreiteten Vorstellung Prostitution finde meistens unter Zwang und Ausbeutung statt (Viktimisierung) macht es Sexarbeiterinnen zusätzlich schwer über andere Gewalterfahrungen zu sprechen.

In der Podiumsdiskussion wollen wir aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit unseren Gästen und dem Publikum das Thema „Gewalt und Sexarbeit“ diskutieren.

Quelle: SeLA / Frauen helfen Frauen e.V.

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