Wieder ein unn├Âtiger Blick in den Spiegel

1. Januar 2019

Der „Spiegel“ hat zum Jahresende auf seiner Onlinepr├Ąsenz eine „Bilanz zum Prostituiertenschutzgesetz“ ver├Âffentlicht.

Seinen steten Ruf, nahe am Boulevard zu publizieren, wird er damit aber nicht los. Kaum verwunderlich, hat das Magazin noch nie wirklich professionell oder gar investigativ ├╝ber das Thema Sexarbeit geschrieben.

Und die vorgebliche Bilanz ist eher ein journalistisches Armutszeugnis: Ein fl├╝chtiger Blick nach Hamburg, Bremen und NRW, ein kurzes Zuwortkommenlassen eines Beh├Ârdenleiters, einer Leiterin einer Fachberatungsstelle und einer Kriminalhauptkommissarin, sowie ein paar wager Zahlen und Vermutungen. Keine 90 Zeilen sp├Ąter ist auch schon alles vorbei.

Eigentlich h├Ątte Autor J.-P. Ziegler es auch beim Aufmacher „Mit einem neuen Gesetz sollen Prostituierte besser gesch├╝tzt werden. Kritiker sagen, dass es Frauen in Notlagen nicht erreicht. Dennoch kann das Gesetz eine Chance sein.“ belassen k├Ânnen. Denn mehr Inhalt hat’s nicht. Die angek├╝ndigte Chance beruht ├╝brigens allein auf einem Fallbericht der Kripobeamtin, wonach einmal einer Prostituierten w├Ąhrend der Gesundheitsberatung zu einer Anzeige eines Freiers geraten wurde. Weil der Mann in der Folge auch verurteilt wurde schlie├čt Herr Ziegler sogleich „Ohne das Gesetz w├Ąre er vermutlich davongekommen.“.

Jaja, es ist wie kurz nach dem Aufstehen: Man sieht in den „Spiegel“, sch├╝ttelt den Kopf und ├Ąrgert sich ├╝ber das Gebotene.

Und hier geht’s zum Artikel: http://www.spiegel.de/

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