Rotlicht-Skandal in Wittenburg?

9. September 2013

NDR-Nordmagazin berichtet ├╝ber Wohnungsprostitution in der 5.000-Einwohner-Stadt

Ist es ein Skandal oder ist es keiner? Eigentlich sollte sich die Frage nicht stellen. Tut sie aber, weil Wahlen sind. Denn in der Mecklenburgischen Kleinstadt Wittenburg gehen Prostituierte in Privatwohnungen ihrer Arbeit nach. Und wie k├╝rzlich das NDR-Nordmagazin berichtete, ist eine der Wohnungen (in der Schl├╝terstra├če 32) im Eigentum des CDU-Kandidaten f├╝r das B├╝rgermeisteramt, M. Luchs. Dieser habe dem Bericht nach nichts von den Vorg├Ąngen innerhalb seiner Immobilie gewusst und gibt sich nun entsetzt. Das Ordnungsamt sei eingeschaltet worden.

Was nun der eigentliche der Skandal sein soll, bleibt ungesagt. Nat├╝rlich aber ist Sex als Dienstleistung ja bekanntlich schon Aufh├Ąnger genug. Wenn dann noch ein Politiker in irgendeiner Weise, sei sie auch noch so klein, damit in Verbindung gebracht werden kann, dann reicht das f├╝r eine Schlagzeile. Nat├╝rlich muss sich Herr Luchs, ob aus ├ťberzeugung oder nicht, der ├ľffentlichkeit gegen├╝ber unwissend und ├╝berrascht geben – sein Ansehen und sein politischer Werdegang d├╝rfen schlie├člich nicht gef├Ąhrdet werden. Das ist auf der einen Seite durchaus verst├Ąndlich, denn, wie die SVZ schreibt werde er wegen dieser Geschichte in die N├Ąhe von Zuh├Ąlterei ger├╝ckt. Zuh├Ąlterei: ein starkes Wort.

Hier sieht man mal wieder, wie verquer das Thema Prostitution in der ├ľffentlichkeit diskutiert wird.

Laut Medienberichten wisse der „├╝bergangene“ CDU-Mann erst seit kurzem von den Ger├╝chten um seine Wohnung in der Schl├╝terstra├če. Im NDR-Fernsehbericht sieht man ihn dann vor einem Bildschirm sitzen, auf dem unser Portal Rotlicht-MV.de flimmert. Voller Erstaunen entdeckt er hier ein Inserat unter der besagten Adresse. Erst seit dem 1. Mai 2013 sei die Wohnung vermietet worden – an einen jungen Mann. Das soll ein eingeblendeter Mietvertrag beweisen. Ob er es nun erst seit kurzem wei├č oder schon l├Ąnger, sollte eigentlich egal sein.

Und wie bereits gesagt, ist es eher zweifelhaft, hier von Seiten der ├ľffentlichkeit einen Skandal zu wittern. Immerhin ist Prostitution in Deutschland ein anerkannter und legaler Berufszweig.

rmv

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