Vorsicht vor dubiosen Hurenportalen

26. Mai 2014

„Alles ohne“-Angebote und -Gesuche sollten vermieden werden

Wer ungeschĂŒtzen Geschlechtsverkehr sucht und anbietet, handelt immer auf eigene Gefahr hin. Daneben – und das wird immer wieder verkannt – wird aber auch der Geschlechtspartner gesundheitlich gefĂ€hrdet. Immerhin kann man selbst ÜbertrĂ€ger eines Erregers sein, ohne es zu wissen. Und dennoch … regelmĂ€ĂŸig kommt es vor, dass Freier als auch Prostituierte aufgrund fehlenden Gesundheitsbewusstseins, aus Lust am Risiko oder einfach wegen Unwissens kein Kondom benutzen.

Dazu geistern immer wieder auch diverse Angebote durch das Netz und rufen zu Sex ohne Gummi auf. Aktuell versendet z.B. das Portal AOclub.com fleißig solche Angebote. Mittels Spam-Mails bewirbt es nicht nur in unlauterer und völlig unseriöser Weise die eigene Domain, sondern verbreitet auch noch ein total verklĂ€rtes Bild vom kondomfreien Geschlechtsverkehr.

So heißt es in der Mail u.a.:

„Hallo Huren-Freund, stehst Du auf Sex ohne Gummi? Wir haben alle AO-Huren in Deutschland. Alle Adressen sind geprĂŒft und tĂ€glich aktuell. Einfach Hure aussuchen und blank f***. Viel Spaß AOclub.com“

Nicht voreilig kostenpflichtige VertrĂ€ge schließen

Aber nicht nur weil dieser „AOclub“ angeblich etliche Prostituierte listet, die ungeschĂŒtzten Sex anbieten, oder weil darĂŒber Spam verschickt wird, sollte man die Seite meiden. So ist die Domain insgesamt Ă€ußerst zwielichtig und untransparent.

Erstens mĂŒssen sich Freier hier kostenpflichtig anmelden um auf die Inserate zuzugreifen. Zweitens verrĂ€t ein Blick ins Impressum, dass man im Streitfalle am Ende wohl keine guten Karten haben wird. Soll sich der Betreiber doch angeblich in Mallorca/Spanien befinden. Das heißt, dass im Fall der FĂ€lle wohl spanisches Recht gilt. Angegeben ist folgendes:

Agent-C (S.L.)

Royal Bellver Center

Avinguda Joan MirĂł 20

07014 Palma de Mallorca

Illes Balears

(Espana)

Dass es sich dabei um eine Briefkastenfirma handelt, ist anzunehmen. Ein anderer Pfad weist auf das Internet-Partnerprogramm-Netzwerk „FIRECASH“ hin, welches interessanterweise ausschließlich die Webseite AOclub.com vermittelt. Firecash.de wiederum ist ein Projekt der SeCa Media & Verlags GmbH, deren Anteile von der Exxito Holding GmbH gehalten werden. Dieses Geflecht soll wohl mutmaßlich eher rechtliche Schlupflöcher bieten, als dass es einen realen Bestand hat. Denn alle drei Projekte bzw. Unternehmen haben den selben Unternehmensitz und -leiter. So tritt ein M. Bastian aus Berlin sowohl als beim Amtsgericht eingetragener GeschĂ€ftsfĂŒhrer in Erscheinung, als auch als BevollmĂ€chtigter (admin-C ), welcher im Namen von Unternehmen A das Unternehmen B vertritt.

Zwar lĂ€sst sich die „SeCa Media & Verlags GmbH“, welche mehrere Bekannte Portale Betreibt bzw. als Partner fungiert, bislang selbst nichts zu Schulden kommen. Aber als Verantwortliches Unternehmen fĂŒr Firecash.de trĂ€gt sie die Verantwortung fĂŒr folgende, selbst auferlegte Regel:

„keine Versendung von Werbung per E-Mail ohne Genehmigung des Kunden (Spam).“

Über das dubiose Portal AOclub.com wird aber genau das gemacht – zumindest augenscheinlich.

Am Ende ist das wohl eher ein moralischer Aspekt, wie solche Seiten (obige ist da nicht die einzige) zu bewerten sind. Wir können uns nur Pro-Gummi positionieren – nicht aufgrund einer gesetzlichen Verordnung oder eines Zwangs, aber doch weil es Sinn macht. (siehe auch hier oder hier)

rmv

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