Welthurentag am 2. Juni

30. Mai 2022

Pressekonferenz im Berliner Artemis, öffentlicher Filmabend in Rostock…

„Am 2. Juni ist Welthurentag. An diesem Tag wird seit 46 Jahren an die Diskriminierung von Sexarbeiter*innen und deren oftmals ausbeuterische Lebens- und Arbeitsbedingungen erinnert. Ausgangspunkt des Internationalen Hurentags als Gedenktag war der 2. Juni 1975, an dem mehr als 100 Prostituierte die Kirche Saint-Nizier in Lyion (Frankreich) besetzten, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen“, informiert die Rostocker Beratungsstelle SeLa anlässlich des kommenden Jahresgedenktags.

Zu diesem Anlass werden auch 2022 wieder bundesweit unterschiedliche Veranstaltungen durchgefĂĽhrt. Darunter auch von SeLA und dem BSD:

Rostock

Am 03.06. lädt die SeLA um 19 Uhr zu einem öffentlichen und kostenfreien Filmabend mit anschlieĂźendem Gespräch mit zwei Sexarbeiterinnen ins LiWu (Friedrichstr. 23). Gezeigt wird der Film „GlĂĽck“.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem LiWu (Lichtspieltheater Wundervoll), dem Bundesmodellprojekt BOSS – Berufliche Orientierung – Selbstbestimmt und Selbstbewusst (STARK MACHEN e.V.) und Die Beginen e.V. statt.

Zum FILM: „GLĂśCK“ (Bliss)
Regie: Henrika Kull, BRD 2021, 90 min, DF teilw. UT, FSK 16
„Sascha (Katharina Behrens) arbeitet schon seit Jahren im Berliner Bordell Queens. Maria (Adam Hoya) ist die Neue, unangepasst, autark, queer. Sascha fĂĽhlt sich sofort von dieser Andersartigkeit angezogen, Maria wiederum ist fasziniert von Saschas Souveränität. Aus der Anziehung wird eine Liebe, die anders funktioniert, als alles, was beide bisher kannten. Es ist die VerheiĂźung auf das groĂźe GlĂĽck. Doch dann droht ihre Verbindung zu zerbrechen – an der Angst, sich einander wirklich zu zeigen und sich den eigenen AbgrĂĽnden zu stellen. Der Film erzählt von zwei Frauen, die sich in einer Welt begegnen, in der weibliche Körper Waren sind. In authentischen, kraftvollen Bildern folgt sie ihren beiden Hauptfiguren, die sich erst umschleichen, dann umtanzen, bald nicht mehr ohne einander können, aber auch nicht wirklich miteinander. Ein mitreiĂźender Liebesfilm, der keine Grenzen kennt.“

Statement von SeLA zur Sexarbeit in Rostock:

Sexarbeit gehört in Rostock wie in anderen deutschen Städten zur Realität und findet unbeachtet in dicht besiedelten Wohngebieten (z.B. Kröpeliner-Tor-Vorstadt) statt. Sexuelle Dienstleistungen werden in der Hansestadt am häufigsten in sogenannten Termin- bzw. Modelwohnungen direkt in der Nachbarschaft angeboten. Seit 2014 ist SeLA in Rostock tätig, um Sexarbeiter_innen mit vielfältigen Beratungsangeboten zu unterstützen und ihre Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Sexarbeit ist trotz der Entkriminalisierung (2002) ein stark tabuisiertes und gesellschaftlich umstrittenes Berufsfeld. Sexarbeiter_innen sind daher vielfältigen Diskriminierungen ausgesetzt, die sich u.a. in belastenden Situationen in ihrem Arbeitsalltag, aber auch in einem moralisierenden und teilweise entmündigenden öffentlichen Diskurs zeigen.

Berlin

Stichpunkt stark tabuisiertes und gesellschaftlich umstrittenes Berufsfeld. Den Internationalen Hurentag zum Anlass lädt der Berufsverband Sexuelle Dienstleistungen (BSD) am 2. Juni Journalisten und Medienvertreter zu einer Pressekonferenz ins FKK Artemis (Halenseestraße 32-36, Berlin).

Unter der Ăśberschrift „Das heimliche Treiben der Männer & Justitias Macht“ will sich der BSD den Freiern zuwenden. „Alle scheinen ĂĽber Sexarbeiter_innen und Bordellbetreiber_innen gut Bescheid zu wissen. Doch wie verhält es sich mit den Kunden? Wer kennt sie? Und was macht die Gesellschaft mit ihnen?“, so der Interessensverband.

Im Laufe der Pressekonferenz werden Bordellbetreiber_innen, Sexarbeiter_innen, Kunden und Rechtsanwält_innen von Klischees sowie aktuellen Herausforderungen (nach der Corona-Pandemie, mit der Umsetzung des ProstSchG) berichten. Den Medienvertretern werden Einblicke in Geschäftsabläufe und -Philosophien gewährt und BSD-Mitglieder werden juristische und politische Pläne vorstellen.

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