Podiumsdiskussion in Bayreuth

10. März 2014

Die Schwarzmalerei der Frauen-Union Oberfranken.

Oder: Wie Christdemokraten nicht müde werden, Deutschland als Hochburg für Menschenhändler zu bezeichnen

Auch am vergangenen Wochenende ist es wieder geschehen. Populistisches und von Doppelmoral geprägtes Geschwätz von Seiten diverser CDU- und CSU-Mitglieder. Anlass war eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Der Mensch ist keine Ware – Prostitution regulieren“ in Bayreut. Die Frauen-Union Oberfranken ludt ein.

An erster Stelle stand natürlich auch hier die Kritik am Prostitutionsgesetz von 2002. Dabei werden die Christdemokraten nicht müde zu betonen, dass das Gesetz gegen die Stimmen von CDU/CSU verabschiedet wurde. Was sie allerdings stets vergessen zu erwähnen ist, dass CDU und CSU damals und in den Folgejahren immer wieder diverse ergänzende Gesetzesinitiativen zum Opferschutz, zum Aufenthaltsrecht, zum Gewerberecht etc. verhinderte.

Was die anwesenden Diskutanten noch weiteres zu sagen hatten, das berichtet der Nordbayerische Kurier auf seinem Onlineportal. Danach waren sich alle Anwesenden ĂĽber die Missstände im „Hurenhaus Deutschland“ einig. Ebenso ĂĽber die angeblichen Falschbehauptungen der Sexarbeiterinnenlobby. So sagte Soni Unterreithmeier, Mitarbeiterin des Vereins Solwodi in Augsburg: â€ž80 Prozent der Frauen sind Ausländerinnen aus den Armenhäusern Europas. Sie haben keinerlei Sprachkenntnisse, sind bei keiner Behörde, bei keinem Amt registriert. Von Freiwilligkeit und selbstbestimmter Arbeit auf Augenhöhe, wie es die Hurenverbände immer wieder betonen, kann hier keine Rede sein.“

Aha. Diese Verunglimpfung war jetzt aber zu erwarten. Gerade von Solwodi, jenem Verein der selbst nicht selten falsche Zahlen und Behauptungen öffentlich verlautbart (siehe hier).

Zu allen weiteren populistischen und oberflächlichen Ansichten und Forderungen will ich jetzt hier nichts weiter schreiben. Nur auf bereits Gesagtes verweisen: in „Von Menschenhändlern, Zuhältern und Zwangsprostituierten …“ hatte ich im letzten Jahr bereits ein paar Daten aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2012 analysiert und der öffentlichen Schwarzmalerei gegenĂĽber gestellt.

AuĂźerdem fragte ich „Wie viele Prostituierte gibt es eigentlich in Deutschland?“. DafĂĽr habe ich gängige Schätzungen aufgelistet, aber auch selbst ein paar Rechenspiele gemacht.

rmv

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