Schweiz: 24 illegale Bordelle geschlossen

20. Juli 2012

Operation «Domino» geht gegen Zuhälterei, Steuerhinterziehung und Geldwäsche vor.

Illegale Prostitution florierte bis vor kurzem noch im Schweizer Kanton Tessin. Um dagegen anzugehen haben die Behörden des 334.000 Einwohner zählenden Kantons die Operation „Domino“ ins Leben gerufen. Seit März wurden dann gezielt zahlreiche Razzien durchgefĂĽhrt. Wirtschaftsdelikte wie Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung sowie bandenmäßige Gewalt, also Zuhälterei, Menschenhandel, Erpressung etc., standen in deren Vordergrund. Fazit der Kontrollen, laut Medienberichten: Anzeigen gegen 182 Personen, SchlieĂźung von 24 Etablissements, Beschlagnahmung von 11 Mio. Franken (ca. 9.159.000 Euro).

Zwar ist der Betrieb von Bordellen in dem Alpenstaat legal, allerdings nicht im angrenzenden Italien. Dies führte in den letzten Jahren dazu, dass etliche italienische Freier in die benachbarte Italienische Schweiz pilgerten. Der Umstand, dass im Tessin die Amtssprache Italienisch ist, macht die Reise natürlich noch um einiges angenehmer. In der Folge stieg die Zahl der ausländischen Huren (vor allem aus Osteuropa) drastisch an. Und der Großteil davon arbeitete illegal. Denn im Tessin müssen sich Prostituierte, um eine Arbeitserlaubnis zu bekommen, bei der Polizei anmelden, doch davon machten nur die wenigsten Gebrauch. So schloss sich bislang leider immer der Kreis in Bezug auf Ausbeuterei, Gewalt und Wirtschaftskriminalität. Leidtragende sind dann immer die Freuen selbst.

Der Kampf gegen die Hintermänner scheint nun auf einem guten Weg zu sein. In den nächsten Monaten wolle die Tessiner Staatsanwaltschaft schwerpunktmäßig Wohnungskontrollen durchführen.

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